Betriebliche Altersvorsorge Meldung

Viele Arbeitnehmer vertrauen ihre betriebliche Altersvorsorge einer Pensionskasse an, weil ihr Arbeitgeber sich dafür entschieden hat. Die staatliche Förderung ist umfassend. Die oft niedrigen Kosten müssen aber richtig verteilt sein.

Pensionskasse klingt solide. Das ist berechtigt. Für Arbeitnehmer, die ihren Job häufiger wechseln, sind manche Pensionskassen allerdings ungeeignet.

Pensionskassen gibt es schon seit über 100 Jahren. Inzwischen betreiben in Deutschland etwa 160 solcher Kassen betriebliche Altersvorsorge. Bisher haben sich allerdings nur 29 Pensionskassen für alle Unternehmen geöffnet oder wurden als offene Kasse neu gegründet.

Die Mehrzahl ist einzelnen Großun­ternehmen oder Arbeitgebern einzelner Branchen, beispielsweise dem Handel, dem Bau- oder Bankgewerbe vorbehalten, die über sie die betriebliche Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter abwickeln können. Alle anderen Unternehmen sind auf die wenigen geöffneten Kassen angewiesen.

Drei Fördervarianten

Betriebliche Altersvorsorge Meldung

Über welchen der fünf möglichen Wege – Pensionskasse oder Pensionsfonds, Direktversicherung, Unterstützungskasse oder Direktzusage – und bei welchem Anbieter eine betriebliche Altersvorsorge stattfinden soll, entscheidet der Arbeitgeber. Häufig sind Arbeitnehmer aber an der Entscheidung beteiligt, weil der Betriebsrat einbezogen wird.

Wird die Vorsorge über eine Pensionskasse organisiert, hat das Vorteile. Denn hier sind gleich drei Varianten staatlicher Förderung möglich, die kombiniert werden können.

  • Gehaltsumwandlung. Arbeitnehmer können bis zu 2 472 Euro in diesem Jahr von ihrem Gehalt steuerfrei in Beiträge für die Pensionskasse umwandeln. Erst die Auszahlung wird versteuert.
  • Pauschalsteuer. Die Sparer können zusätzlich Gehalt einzahlen, das sie zuvor pauschal mit nur 21,1 Prozent inklusive Solidarzuschlag versteuern. Das lohnt sich vor allem für Arbeitnehmer mit hohem Steuersatz.

Die späteren Leistungen bleiben steuerfrei, wenn das Kapital auf einen Schlag ausgezahlt wird. Bei einer Rentenzahlung ist nur der geringe Ertragsanteil steuerpflichtig, dessen Höhe vom Renteneintrittsalter abhängt. Bei Auszahlung mit 65 Jahren liegt dieser Ertragsanteil bei nur 27 Prozent der Rente.

  • Riester-Rente. Zusätzlich oder alternativ kann der Arbeitnehmer die Riester-Förderung aus Zulagen und Sonderausgabenabzug nutzen. Die spätere Riester-Rente muss er versteuern.

Mit den ersten beiden Methoden können Arbeitnehmer und Arbeitgeber bis einschließlich 2008 auch noch Sozialversicherungsbeiträge sparen.

Sichere Anlage

Pensionskassen sind Versicherungsge­sellschaften, die nur betriebliche Altersvorsorge anbieten. Wie Versicherer unterliegen sie der staatlichen Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern eine Pensionskasse anbieten, müssen keine Beiträge an den Pensionssicherungsverein abführen. Denn dass eine Pensionskasse insolvent wird, ist sehr unwahrscheinlich. Die BaFin wacht darüber, dass die Kassen die zugesagten Leistungen einhalten können. Dazu gehört die Kontrolle ihrer Kapitalanlage.

Sollte eine Pensionskasse dennoch zahlungsunfähig werden, müsste aber der Arbeitgeber selbst die Lücke schließen. Ist auch er dazu nicht in der Lage, kann der Arbeitnehmer seine Ansprüche nirgendwo mehr geltend machen.

Bei kleineren oder neuen Pensionskassen genehmigt die BaFin auch die Versicherungsbedingungen und die angebotenen Tarife. Erst ab einer Beitragshöhe von 12,5 Millionen Euro jährlich und einer Bilanzsumme von 250 Millionen Euro kann die Pensionskasse Tarife und Bedingungen ohne Genehmigung der Aufsicht einführen.

Kleinere überbetriebliche Pensionskassen sind nach fünf Jahren Geschäftsbetrieb in ihrer Tarifgestaltung frei, sofern ihre Bilanzsumme mindestens bei 50 Millionen Euro liegt.

Pensionskassen räumen Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen ein. Sie haben meist die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, der ausschließlich im Interesse seiner Mitglieder handelt.

Die neuen Kassen sind dagegen meist Aktiengesellschaften. Sie müssen deshalb nicht nur die Interessen ihrer Kunden, sondern auch die ihrer Aktionäre berücksichtigen.

Mehrere Angebote zur Auswahl

Die neu gegründeten Kassen bieten ihren Kunden oft eine größere Produktauswahl an als die alteingesessenen Anbieter. Zur Auswahl stehen klassische Rentenversicherungen mit Garantieverzinsung oder Kombinationen von Versicherungen mit Investmentfonds.

Arbeitnehmer können nicht nur eine Altersrente vereinbaren, sondern bei vielen neuen Kassen zusätzlich auch Hinterbliebenenrenten und Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten. Was hinein soll, kann der Arbeitgeber entscheiden oder er kann es seinen Angestellten überlassen. Voraussetzung für eine freie Wahl ist, dass es keinen Tarifvertrag mit genauen Vorgaben gibt.

Bei den alten Kassen enthalten die Tarife oft von vornherein Hinterbliebenen- oder Invaliditätsrenten.

Niedrige Kosten

Weil Pensionskassen auf betriebliche Altersvorsorge beschränkt sind, kommen viele mit einer schlanken Verwaltung aus. So belasten sie ihre Klientel im Vergleich zu Lebensversicherern weniger stark mit Kosten. Einige Kassen drücken ihre Kosten sogar auf nur 1 oder 2 Prozent des Beitrags. Lebensversicherer sind viel teurer, vor allem, wenn sie mit einem Außendienst arbeiten.

Die Kosten der neuen Pensionskassen erreichen aber oft die der Lebensversicherungsgesellschaften. Dafür arbeiten sie meist mit Rabattsystemen: Manche Pensionskassen geben Unternehmen ab zehn Mitarbeitern, für die ein Versorgungsvertrag mit ihnen abgeschlossen wird, einen Kostenrabatt. Langfristig wirkt sich ein solcher Rabatt rentensteigernd aus.

Andere Pensionskassen gehen erst ab 30 oder 50 Verträgen in einem Betrieb mit dem Preis herunter. Oder sie staffeln den Rabatt, sodass er umso höher ist, je mehr Arbeitnehmer im Boot sitzen.

Von solchen Rabatten profitieren also nur größere Unternehmen, die die betriebliche Altersvorsorge für sehr viele Mitarbeiter über eine dieser Pensionskassen organisieren. Arbeitgeber mit geringer Mitarbeiterzahl sollten daran denken, wenn sie Angebote sichten.

Problem Abschlussprovision

Rabatte machen höhere Kosten außerdem oft erst auf lange Sicht wett. Ein Nachteil offener Kassen kann deshalb auch Mitarbeiter größerer Unternehmen treffen: Zwei Drittel von ihnen arbeiten mit einem teuren Vertriebsnetz. Dann fließen sofort nach Vertragsschluss hohe Abschlussprovisionen in die Taschen von Vermittlern.

Die Provisionen werden von den ersten Beiträgen abgezogen. Ein Arbeitnehmer, der nach kurzer Zeit den Job wechselt, geht mit leeren oder fast leeren Händen, denn bis dahin hat er mit seinem Geld nur die Provision bezahlt. Bevor er einen Versorgungsvertrag unterschreibt, sollte sich deshalb jeder vorrechnen lassen, wie viel Geld in den ersten Jahren wirklich auf seinem Versorgungskonto ankommt.

Bietet ein neuer Arbeitgeber ihm später dieselbe Pensionskasse an, kann der Arbeitnehmer seinen Vertrag zumindest gut weiterführen. Für Sparer, die viele Jahrzehnte in eine Pensionskasse einzahlen, spielt die „Zillmerung“ – so der Fachausdruck, keine so große Rolle. Über die Jahre kann sich diese Abrechnungsmethode ausgleichen. Einen Zinseszinsverlust haben aber auch sie, weil anfangs kein Sparguthaben da ist.

Arbeitgeber, die eine Pensionskasse wählen, sollten deshalb strikt auf einen „ungezillmerten“ Tarif achten. Ältere Kassen, die sich geöffnet haben, verwenden meistens ungezillmerte Tarife. Und einige der zillmernden, neuen Pensionskassen bieten wahlweise auch einen ungezillmerten Tarif an. Dann werden die Abschlusskosten, die zu einem großen Teil durch die Vermittlerprovision entstehen, über die Laufzeit verteilt.

Werden die Kosten verteilt, können diese Gebühren auch dem jeweiligen Jahresbeitrag angepasst werden, wenn der später einmal sinkt. Wird gezillmert, errechnet sich dagegen zumindest die Vermittlerprovision nach dem hochgerechneten Gesamtbeitrag.

Bei Direktversicherungen wird fast immer gezillmert. Die Mitnahme eines Vertrags ist bei einem Jobwechsel aber wesentlich leichter möglich, weil es ein Übertragungsabkommen gibt.

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