Beim Jobwechsel war die Betriebsrente weg

Betriebliche Altersvorsorge Meldung

Hat von Vorsorge genug: Martin Krobok

Eine gute Zusatzvorsorge sollte es werden. Doch Martin Krobok verlor fast sein gesamtes investiertes Geld.

Zusatzvorsorge fürs Alter ist nötig. Das sah auch Martin Krobok ein, 44-jähriger Physiker aus dem bayerischen Aichach. Als seine Firma ihm im Herbst 2002 den Einstieg in einen Kollektivvertrag bei der Gothaer Pensionskasse anbot, in die er steuerfrei etwas von seinem Gehalt investieren könne, schlug er ein.

Am 1. Dezember 2002 überwies der Arbeitgeber die erste Rate in Höhe von 203,72 Euro direkt von Kroboks Bruttogehalt an die Pensionskasse. Bis der Familienvater acht Monate später zum 1. August 2003 die Firma wechselte und deshalb seinen Vorsorgevertrag beendete, hatte er 1 629,76 Euro Gehalt in seine Altersvorsorge bei der Pensionskasse gesteckt.

Doch das Geld war zum größten Teil weg. „Ihre Beiträge haben wir mit unseren Verwaltungskosten und der Außendienstprovision verrechnet“, teilte die Gothaer dem verdutzten Physiker mit. Lediglich eine Auszahlung von 237,65 Euro stehe ihm zu.

Eine rechtliche Handhabe gegen die Pensionskasse hat der Physiker nicht. Verträge gleich anfangs mit den gesamten Abschlussprovisionen zu belasten, ist Pensionskassen nicht verboten. Es ist nur außerordentlich ärgerlich. Auch die Informationspflichten der Anbieter sind bisher dürftig. Das soll sich zwar ab 2004 ändern. Krobok kann sich darauf aber noch nicht berufen, wenn er die Gothaer verklagen will.

Allein gegen seinen alten Arbeitgeber könnte der 44-Jährige möglicherweise mit der Begründung vorgehen, von ihm nicht ausreichend über die Nachteile des Kollektivangebots informiert worden zu sein. Doch der Ausgang eines solchen Prozesses ist ungewiss. Martin Krobok sagt: „Ich werde mir das überlegen.“

Dieser Artikel ist hilfreich. 1295 Nutzer finden das hilfreich.