Betriebliche Altersvorsorge Special

Gute Lese. Auch die Mitarbeiter der Winzergemeinschaft Franken nutzen die Förderung der Betriebsrente.

Beiträge für eine betriebliche Altersvorsorge bleiben auch nach 2008 von Sozialabgaben befreit. Die staatliche Förderung macht sie attraktiver als eine private Rentenversicherung.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Betriebsrente

Mehr als 17 Millionen Arbeitnehmer, die einen Teil ihres Bruttolohns für eine betriebliche Altersvorsorge abzweigen, können sich freuen. Sie bekommen weiterhin eine gute Rendite für ihr Geld, weil sie nicht nur steuerfrei einzahlen können, sondern auch Sozialabgaben sparen.

Ursprünglich sollten die Arbeitnehmer ab 2009 für ihre Beiträge genauso Sozialabgaben zahlen wie für das Gehalt, das nicht in die Betriebsrente fließt. Dann wären gesetzlich Krankenversicherte doppelt zur Kasse gebeten worden: zunächst für ihre Einzahlungen und im Alter mit einem erneuten Beitrag zur Krankenversicherung für die Auszahlung. Doch der Bundestag hat die geltende Regelung unbefristet verlängert.

Für privat Krankenversicherte lohnt sich die Betriebsrente sowieso. Nun bleibt sie auch für die gesetzlich Versicherten attraktiv. Sie bringt ihnen auch künftig ähnlich gute Renditen wie eine private Riester-Rente. Und viel besser als bei einer privaten Rentenversicherung sind die Renditen allemal. Dafür sorgt in beiden Fällen die staatliche Förderung. Dies zeigen unsere Modellrechnungen in der Tabelle.

Mit einer Rendite von 4,6 Prozent für die Betriebsrente kann in unserem Beispiel ein lediger Durchschnittsverdiener mit einem Bruttolohn von 2 500 Euro im Monat rechnen. Er zweigt Teile seines Gehalts steuer- und sozialabgabenfrei für eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds ab. Ein gleichaltriger Verheirateter kommt auf 4,9 Prozent. Ähnlich hoch sind die Renditen für eine private Riester-Rente. Die Renditen aus einer privaten Rentenversicherung liegen dagegen je nach Verdienst nur bei 3,7 bis 4,0 Prozent.

Wir haben in den drei Fällen unterstellt, dass ein 1965 geborener Arbeitnehmer monatlich 175 Euro (maximal geförderter Beitrag für eine Riester-Rente) investiert. Der Erfolg der Geldanlage ist in allen Fällen gleich. Die Unterschiede entstehen durch die Förderung.

Steuern sparen mit Vorsorge

Verdient ein Arbeitnehmer nach Abzug seines Beitrags für die Betriebsrente noch mehr als 3 600 Euro, kann er mit seiner Altersvorsorge keine Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung sparen. Denn er liegt über deren Beitragsbemessungsgrenze. Er spart aber noch Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Hinzu kommt die Steuerersparnis.

Verheiratete haben davon allerdings weniger, da ihr Steuersatz im Vergleich zu Alleinstehenden mit gleichem Bruttogehalt geringer ist. Ist ein gutverdienender Verheirateter dann im Alter noch gesetzlich versichert, drückt der Krankenversicherungsbeitrag seine Rendite spürbar.

Für Einkommen über 5 300 Euro zahlen Arbeitnehmer keine Sozialabgaben. Sie können deshalb auch keine sparen, wenn sie Geld in eine Betriebsrente stecken. Doch für Spitzenverdiener ist die Steuerersparnis wegen ihres sonst fälligen hohen Steuersatzes besonders hoch, sodass auch sie auf eine gute Rendite kommen.

Bis zu 2 544 Euro abgabenfrei

Im Jahr 2008 dürfen Arbeitnehmer von ihrem Gehalt bis zu 2 544 Euro im Jahr (212 Euro pro Monat) steuer- und sozialabgabenfrei für eine Betriebsrente abzweigen. Vom Arbeitgeber finanzierte tariflich vereinbarte Zuschüsse – wie zum Beispiel 319 Euro im Jahr für die Beschäftigten in der Metallindustrie – zählen mit.

Damit liegt der geförderte Höchstbeitrag für eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds um 444 Euro über dem maximal geförderten Beitrag für eine Riester-Rente von 2 100 Euro im Jahr (175 Euro pro Monat). Privat in einen Riester-Vertrag einzahlen und über den Betrieb per Gehaltsumwandlung fürs Alter sparen schließt sich jedoch nicht aus. Möglich und sinnvoll ist beides zugleich – für alle, die sich die Beiträge leisten können. Der Mindestbeitrag für die betriebliche Altersvorsorge liegt bei 187 Euro im Jahr. Das soll Minirenten verhindern.

Die Hälfte zahlt der Staat

Wer bis zu 212 Euro monatlich vom Brutto in eine Betriebsrente steckt, hat weniger im Geldbeutel. Aber die für die betriebliche Altersvorsorge „umgewandelten“ 212 Euro brutto verringern die Nettoauszahlung eines Durchschnittsverdieners nur um 106 Euro. Die andere Hälfte der Beiträge stammt aus den eingesparten Steuern und Sozialabgaben.

Zahlen Arbeitnehmer aufgrund ihrer betrieblichen Altersvorsorge weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein, bekommen sie später weniger Rente. In unserem Beispiel muss der Arbeitnehmer damit rechnen, dass er im Monat rund 44 Euro weniger gesetzliche Rente bekommt. Das haben wir in der Rendite für die Betriebsrente berücksichtigt. Die Förderung für die Betriebsrente macht den Ausfall bei der gesetzlichen Rente mehr als wett.

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