Pensionsfonds sind der neue, fünfte Weg in der betrieb­lichen Altersvorsorge. Ihre Gründung fiel in eine schwierige Börsenphase. So ließen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sie zunächst links liegen. Mit steigenden Aktienkursen werden die Fonds jetzt etwas beliebter.

Pensionsfonds sind keine Investmentfonds, auch wenn mancher das denkt. „Leider treffen wir oft auf solche Vorurteile“, sagt Dieter Wagner von der Pensor Pensionsfonds AG. Da Investmentfonds in jüngster Zeit eher das Image einer Maschine zur Kapitalvernichtung hatten als das einer zum Geld- drucken, wollen sich die Betreiber von Pensionsfonds in Deutschland unbedingt von diesen abheben. Wagner: „Wir haben nichts mit Investmentfonds gemein und auch nichts mit amerikanischen firmeneigenen Pensionsfonds.“

Das stimmt. Ein Pensionsfonds bietet betriebliche Altersvorsorge an. Er gewährt Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen. Wie er das Geld erwirtschaftet, ist dem Pensionsfonds weitgehend selbst überlassen.

Die ersten Pensionsfonds wurden 2002 zugelassen. Die Idee, sie neben Pensionskassen, Direktversicherungen, Unterstützungskassen und Direktzusagen als fünften Weg in der betrieblichen Altersvorsorge zu etablieren, fiel in eine Zeit steigender Börsenkurse. Auf den Markt kamen die Pensionsfonds aber erst, als die Kurse stürzten. Das hat ihnen den Anfang nicht leicht gemacht.

Verschiedene Anlagestrategien

Altersvorsorgebeiträge über einen Pensionsfonds können sogar ausschließlich in Aktienfonds fließen. Die Renditechance einer solchen Anlage ist hoch, das Risiko auch. Sind Erwerbsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenrenten vereinbart, muss der Fonds dafür aber Teile des Kapitals vorsichtig anlegen oder diesen Schutz bei Versicherern zukaufen. Auch um den Erhalt der Beiträge zum Rentenbeginn zu garantieren, was sie meist tun, investieren Pensionsfonds teilweise in sichere, also festverzinsliche Anlagen mit geringerer Renditechance.

Viele Pensionsfonds bieten ohnehin Produkte mit verschiedenen Schwerpunkten an. Dann kann der Arbeitnehmer zwischen mehr und weniger Sicherheit wählen, wenn der Arbeitgeber es zulässt und kein Tarifvertrag enge Vorgaben macht. Die Palette kann von stark aktienfondsorientierten Varianten bis zu fast versicherungsartigen Lösungen mit garantierter Verzinsung reichen.

Abschlusskosten werden verteilt

Einen Vorteil gegenüber Pensionskassen haben Pensionsfonds: Sie bieten ihre Produkte ohne die so genannte Zillmerung an. Wird gezillmert, bezahlt der Arbeitnehmer anfangs mit seinen Altersvorsorgebeiträgen vor allem erst einmal die Provision des Vermittlers. Die Zillmerung ist besonders dann ein Nachteil, wenn ein Arbeitnehmer kurze Zeit nach Vertragsbeginn die Firma wechselt. Vom angesparten Kapital ist dann nichts übrig, um es auf ein anderes Versorgungssystem beim neuen Arbeitgeber zu übertragen. Auch wer immer beim selben Arbeitgeber bleibt, erleidet durch Zillmerung einen Zinsverlust, weil anfangs von seinem Geld nichts auf dem Versorgungskonto ankommt.

„Wir legen alle Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit um“, sagt Dieter Wagner von der Pensor Pensionsfonds AG. Wolle ein Arbeitnehmer sein Kapital nach einem Jahr herauslösen, weil er zum Beispiel seine Vorsorge nach einem Jobwechsel bei einem anderen Pensionsfonds oder einer Pensionskasse fortführen will, könne er auf diese Weise 98 Prozent seiner eingezahlten Beiträge mitnehmen.

Auch viele Versicherungsunternehmen betreiben Pensionsfonds. Deren Vermittler sind es nicht gewöhnt, ihre Provision nur stückweise zu bekommen. „Bei Pensionsfondsverträgen strecken wir das Vermittlerhonorar vor“, sagt Wolfgang Otte von der Volksfürsorge. Dem Kunden würden diese Kosten dann ebenfalls erst anteilig über die gesamte Laufzeit in Rechnung gestellt.

Bei manchen Anbietern können durch die Hintertür aber doch wieder hohe Abschlusskosten ins Spiel kommen, beispielsweise wenn die Beitragsgarantie über eine Rentenversicherung abgedeckt wird, die gezillmert ist. Deshalb empfiehlt es sich für jeden, sich vor Vertragsschluss schriftlich geben zu lassen, wie viel in Euro vom Jahresbeitrag für Kosten abgezweigt wird.

Die Höhe der Kosten bleibt bei Pen­sionsfonds insgesamt wie bei Versicherungsprodukten undurchsichtig. Ihre Bemessungsgrundlage können die Beiträge sein, das Fondsvermögen – dann steigen die Kosten mit den Kursen – oder beides. Möglich ist auch, dass pro Beitrag, unabhängig von seiner Höhe, eine Gebühr anfällt.

Die Kosten hängen auch von der Ausrichtung der Anlage ab: Wird stark in Aktienfonds investiert, sind sie höher, weil der Kauf von Aktienfondsanteilen teurer ist als der von festverzinslichen Wertpapieren. Dafür sind die Renditechancen umso höher, je mehr in Aktienfonds fließt.

Zwei Formen der Förderung

Ob ein Arbeitnehmer eigenes Geld in einen Pensionsfonds einzahlen kann, entscheidet sein Arbeitgeber. Bietet der einen Pensionsfonds an, kann der Arbeitnehmer zwischen zwei Varianten staatlicher Förderung wählen:

  • Er kann 2004 bis zu 2 472 Euro steuerfrei, bis 2008 auch noch sozialabgabenfrei Gehalt umwandeln.
  • Oder er stützt seine betriebliche Zusatzvorsorge auf die Riester-Förderung, die staatliche Zulagen mit der Steuerfreiheit der Beiträge kombiniert. Dann kann er 2004 und 2005 bis zu 1 050 Euro – abzüglich der staatlichen Zulage – jeweils steuerfrei sparen. Er muss aber Sozialabgaben darauf zahlen.

Keine Wahl hat der Arbeitnehmer bei der Auszahlung. Sie muss als Rente erfolgen, und die ist immer steuerpflichtig. Das Ansparen einer Kapitalsumme, die bei Vertragsende auf einen Schlag ausgezahlt wird, ist nicht möglich. Erlaubt ist lediglich, dass der Pensionsfonds dem Arbeitnehmer bei Rentenbeginn bis zu 20 Prozent der Versorgungsleistung auf einmal auszahlt. Auch dieses Geld wird voll versteuert.

Wie bei Pensionskassen oder Direktversicherungen können Kunden von Pensionsfonds Zusatzleistungen vereinbaren, beispielsweise eine Rentengarantiezeit. Dann wird die Rente mindestens 10 oder 15 Jahre lang ausgezahlt, auch wenn der Versorgungsberechtigte gestorben ist. Hinterbliebene können abgesichert werden, Renten bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit sind möglich. Vorsorge rundum eben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 984 Nutzer finden das hilfreich.