Alte Betriebsrenten in Fonds übertragen

Finanzstarke Firmen können sich über einen Pensionsfonds von „Bilanzlasten“ befreien.

Auch Arbeitnehmer, die selbst kein Geld in einen Pensionsfonds gesteckt haben, bekommen vielleicht eine Betriebsrente von einem Pensionsfonds. Denn Betriebe dürfen Direktzusagen aus Pensionsrückstellungen auf einen Pensionsfonds übertragen.

Bei einer Direktzusage reservieren Firmen auf dem Papier Geld für die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter und sagen ihnen eine Rente zu. Das Geld ist aber nur formal dafür zurückgelegt. Tatsächlich steckt es beispielsweise in Sachwerten wie Immobilien oder Maschinen. Die Renten zahlen die Betriebe später aus laufenden Einnahmen.

Solche „Rückstellungen“ werden vom Gewinn abgezogen und bleiben so zunächst steuerfrei. Erst bei ihrer Auflösung hält der Fiskus die Hand auf. Weil Unternehmen durch die verschobene Besteuerung kurzfristig ihre Liquidität erhöhen können, waren Direktzusagen bisher beliebt. Inzwischen gelten diese Rückstellungen international als Bilanzrisiko. Denn die Firmen müssen Ruheständler versorgen, deren Lebenserwartung wie die aller Deutschen stark gestiegen ist. Die Übertragung einer Zusage auf einen Pensionsfonds ist ein Ausweg, zumal die verschobene Steuer dann nicht mehr anfällt. Doch die Betriebe müssen viel Kapital in den Fonds einbringen. Zusätzliche Betriebsausgaben können sie zwar steuerlich absetzen, aber nur gestreckt über zehn Jahre.

Kann ein Pensionsfonds später die Rentenzusagen doch nicht oder nicht vollständig einhalten, muss der Arbeitgeber wieder einspringen. Die Zusatzvorsorge seiner Mitarbeiter muss er deshalb über den Pensionssicherungsverein (PSV) absichern. Dieser zahlt, wenn der Arbeitgeber pleite ist.

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