Betriebliche Altersversorgung Special

In jedem dritten Unternehmen in Deutschland gibt es inzwischen eine betriebliche Altersversorgung wie hier beim Autozulieferer ZF Sachs.

Geld in eine Betriebsrente zu stecken, lohnt sich, denn der Staat steuert hier ordentlich etwas bei. Und die gesetzliche Rente allein reicht später kaum.

Steuerfreie Einzahlung, keine Sozialabgaben, kostengünstige Verträge – das sind drei entscheidenden Vorteile der betrieblichen Altersversorgung. Alles zusammen verspricht eine Rendite, die die einer rein privaten Geldanlage leicht schlägt.

Arbeitnehmer können ihre Betriebsrente per Gehaltsumwandlung selbst ansparen. Seit 2002 haben sie sogar einen Rechtsanspruch auf ein entsprechendes Angebot ihrer Firma. In vielen Unternehmen steuert zudem der Chef zumindest ­einen kleinen Teil zur Vorsorge seiner Mitarbeiter bei. Diese Investition gilt als ­Betriebsausgabe.

2005 werden auf Beiträge bis fast 4 300 Euro, die ein Arbeitnehmer aus seinem Bruttogehalt einzahlt, keine Steuern fällig. Sozialabgaben für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen bis zu einer Höhe von 2 496 Euro nicht an. Auch der Arbeitgeberanteil entfällt.

Steuerfrei bleiben die Beiträge auch künftig. Die Obergrenze steigt jedes Jahr etwas an. Größtenteils sozialabgabenfrei sind die Beiträge nach bisheriger Rechtslage noch bis Ende 2008.

Zudem sind Angebote für Betriebsrenten oft kostengünstiger als private Einzelverträge. Denn größere Firmen oder die Verbände können Sonderkonditionen mit den Anbietern aushandeln.

Dann fallen für den Vertrag zum Beispiel keine oder nur geringe Abschlusskosten an. Auch ­die laufenden Verwaltungskosten pro Vertrag sind bei ­höheren Mitarbeiterzahlen niedriger als bei Abschluss eines Einzelvertrags. Davon profitiert der Arbeitnehmer.

Fünf Wege zur Vorsorge

Das Gesetz erlaubt betriebliche Altersversorgung auf fünf Wegen: über eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse, über eine Pensionskasse, eine Direktversicherung oder einen Pensionsfonds.

Der Arbeitgeber entscheidet, wo es lang geht. Handelt es sich um betriebliche Altersversorgung per Gehaltsumwandlung, kann ein Tarifvertrag Arbeitnehmern und Arbeitgebern jedoch vorschreiben, ob und wie ihnen diese Umwandlung möglich ist.

Mit einer Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber direkt, seinem Mitarbeiter später eine Rente zu zahlen. Dies war ­früher der üblichste Weg zur Betriebsrente. Auch bei der Unterstützungskasse ist der Arbeitgeber direkt in der Pflicht, denn er ­finanziert diese Versorgungseinrichtung.

Anders bei den drei anderen Wegen. Hier kommen vor allem Versicherer ins Spiel. Bei Betriebsrenten per Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds verlässt das Anlagevermögen für den Arbeitnehmer den einzelnen Betrieb. Seit 2002 haben Arbeitnehmer für diese drei „externen“ Wege einen Rechtsanspruch auf Gehaltsumwandlung. So können sie hier immer auch selbst Geld für eine ­Betriebsrente investieren.

Der jüngste Boom in der betrieblichen Altersversorgung zeigt sich vor allem bei diesen externen Wegen. Hier ist es für Neueinsteiger ab 2005 auch per Gesetz viel leichter, ihre über eine Firma angesparte Betriebsrente zu einem neuen Arbeitgeber mitzunehmen und dort fortzusetzen.

Vor allem die Pensionskassen verzeichnen kräftigen Zulauf. Zwischen ihnen und den Direktversicherungen gibt es inzwischen aber so gut wie keine Unterschiede mehr, denn die staatliche Förderung ist seit 2005 in beiden Wegen identisch.

Eine Alternative hierzu sind die Pen­sionsfonds. Sie werden zwar in gleicher Weise gefördert, unterscheiden sich aber wegen ihrer weitgehenden Investment­freiheit: Nur sie dürfen das Geld ihrer ­Versorgungsanwärter sogar ausschließlich in Aktien oder Aktienfonds investieren.

Leider nutzen nur wenige Anbieter diese Chance, wie die aktuelle Untersuchung der Tarife von 18 Pensionsfonds zeigt. Die meisten dieser jungen Unternehmen agieren stattdessen ähnlich vorsichtig wie Versicherungsgesellschaften. Obwohl sie weniger garantieren als Direktversicherungen und Pensionskassen, setzen sie häufig nicht auf Investitionen mit besseren Ertragsaussichten.

Vielleicht liegt das daran, dass ihr Start mit stark sinkenden Börsenkursen zusammenfiel. Das große Plus des Weges, den die freie Kapitalanlage eröffnet, bleibt jedenfalls auf der Strecke, wenn die Renditechancen von Börseninvestments nicht genutzt werden. Zum Glück sind einige Anbieter mutiger.

Dieser Artikel ist hilfreich. 236 Nutzer finden das hilfreich.