Betreuungsunterhalt Meldung

Manche alleinerziehende Mütter können auch für ältere Kinder vom Vater Betreuungsunterhalt verlangen.

Seit dem 1. Januar 2008 gilt zwar der Grundsatz, dass nach der Scheidung eine alleinerziehende Mutter zunächst nur bis zum dritten Geburtstag eines gemeinsamen Kindes Betreuungsunterhalt vom Vater und Exmann bekommt und nicht arbeiten muss. Im Einzelfall erhalten Mütter aber auch nach neuem Recht länger Betreuungsunterhalt. Der Vater muss zahlen, wenn es für das Wohl des Kind nötig ist, dass die Mutter zu Hause bleibt und es vor Ort keine zumutbaren Betreuungsmöglichkeiten gibt.

So entschied das Kammergericht Berlin, dass der geschiedenen Mutter eines achtjährigen Sohnes nicht zugemutet werden könne, Vollzeit zu arbeiten (Az. 16 UF 149/08). Die Mutter arbeitet wöchentlich 25 Stunden als Anwaltsgehilfin. Der Sohn besucht eine Grundschule und geht danach bis 15 Uhr in den Hort. Danach holt ihn seine Mutter ab. Der Exmann war der Ansicht, sie könne nun Vollzeit arbeiten. Das Kind könne bis 18 Uhr in den Hort gehen.

Das Gericht hielt das für unzumutbar, weil ein Hort dem Sohn nicht die Liebe und Zuwendung geben könne wie eine Mutter. Zudem sei es gerichtsbekannt, dass die Berliner Grundschulen Kinder nicht genug förderten. Elterliche Nacharbeit sei notwendig, die durch die Mutter gewährleistet werde.

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