Mobil­funk­netze im Test

Was ist was? Kürzel im Mobil­funk

Mobil­funk­netze im Test - Es geht voran
5G. Das Mobil­funk­netz mit dem neuesten Stan­dard wird seit 2019 ausgebaut. © mauritius images / Science Photo Library / Sergii Iaremenko

Historisch gewachsen und vom Eng­lischen geprägt, sind Kürzel im Mobil­funk nicht leicht zu verstehen. Wir geben einen Über­blick.

Mobil­funk­netze im Test Alle Testergebnisse für Mobil­funk­netze 04/2022

Inhalt
  • 2G/GSM/EDGE: Das Netz der 2. Generation startete vor etwa 30 Jahren mit dem Mobil­funk­stan­dard GSM (Global System for Mobile Communications). 2G funk­tioniert noch über­all da, wo weder 4G noch 5G klappen. Die EDGE-Technik (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) erhöht seit 2006 die Daten­rate auf rund 220 kbit/s, im Display erscheint ein E.
  • 3G/UMTS: Das Mobil­funk­netz der 3. Generation lief über den UMTS-Stan­dard (Universal Mobile Telecommunications System), wurde ab 2000 ausgebaut und Ende 2021 abge­schaltet. Maximale Daten­rate: rund 42 Mbit/s.
  • 4G/LTE: Seit 2010 aufgebaut, wird das Netz der 4. Generation lang­fristig bestehen (LTE: Long Term Evolution). Daten­rate: maximal 1 000 Mbit/s.
  • 5G: Das Netz mit dem neuesten Mobil­funk­stan­dard wird seit 2019 ausgebaut. Mit sehr hohen Funk­frequenzen könnte die maximale Daten­rate rund 10 000 Mbit/s betragen. Im Test der Mobilfunknetze maßen wir maximal 970 Mbit/s.
  • 5G-SA: Das Kürzel steht für „5G Stand Alone“ und könnte mit „ausschließ­lich 5G“ über­setzt werden – also die reine 5G-Versorgung. Reine 5G-Stand­orte fanden wir bei unseren Test­fahrten Ende 2021 nirgendwo, dafür aber Misch­techniken auf Basis von 4G (LTE) wie etwa 5G-NSA oder DSS.
  • 5G-NSA: Die Abkür­zung steht für „5G Non Stand Alone“, etwa „nicht ausschließ­lich 5G“. Dabei flitzen Daten zwar schon gemäß 5G-Stan­dard durch die Luft, doch LTE spielt noch immer mit, etwa für Prozesse wie Signalisierung.
  • DSS: Das steht für Dynamic Spectrum Sharing, etwa „angepasste Frequenznut­zung“. Dabei sendet der Funk­mast Daten parallel sowohl über 5G als auch über LTE. Wer sich mit einem 5G-fähigen Smartphone im Umkreis einer Antenne aufhält, wird mittels der DSS-Technologie 5G verwenden. Ein 4G-fähiges (LTE-)Smartphone dagegen wird über dieselbe Antenne 4G verwenden.
  • SWB: Eng­lisch für Super Wide Band, die tech­nische Basis für Telefonate über LTE mit hoher Sprach­qualität.
  • VoLTE: Steht für Voice over LTE, also „Sprache über LTE“.

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AndiE57 am 07.04.2022 um 19:10 Uhr
O2 - Benachteiligung ehemaliger E-Plus Kunden

Grundsätzlich bin ich mit dem O2-Netz sehr zufrieden. Die Erreichbarkeit hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Allerdings können ehemalige E-Plus Kunden vom 'Hochgeschwindigkeitsnetz' 5G nicht profitieren. Sie werden nämlich nach wie vor im 4G und 5G Netz auf maximale 50 Mbit/s Downloadrate gedrosselt. Wege aus diesem Status scheinen kompliziert, insbesondere, wenn man seine Telefonnummer behalten möchte und werden von den Kundenbetreuern und -betreuerinnen, die das Thema selten kennen, auf unterschiedlich Weise beschrieben. Man muss nur mal in der O2 Community suchen. Es wäre schön, wenn die Stiftung Warentest mit O2 klären könnte, wann den treuen ehemaligen E-Pluslern eine einfache Lösung aus dieser Drosselung angeboten wird und wie diese Lösung aussehen soll. Als Kunde kommt man hier einfach nicht weiter. Nachlässe gibt es übrigens für diese Kundengruppe standardmäßig nicht. O2 sichert sich bei Vertragsänderungen immer noch mit einem Hinweis auf diese Drosslung ab.

Hukketin am 26.03.2022 um 17:35 Uhr
Discounter vs. "Original"

Gibt es eigentlich qualitative Unterschiede zwischen O2 und den zahlreichen Billiganbieter im gleichen Netz. Klar, die Bandbreite ist bei den günstigen Anbietern oft auf 50 Mbit/s oder sogar weniger begrenzt. Aber sonst? Ich habe in Berlin oft das Gefühl, dass andere mit originalem O2-Vertrag noch surfen können, wo ich schon im "Wartemodus" bin.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.03.2022 um 10:57 Uhr
VoLTE im Test

@laertes2222: Im Testbericht schreiben wir ja: "Bessere Sprachqualität. Inzwischen laufen nahezu alle Gespräche über LTE, was die Sprachqualität deutlich erhöht." Und: "Gerade mal drei Telefonate brachen auf unserer Fahrt ab – alle bei O2. Im Test vor fünf Jahren wurden wir noch 115 Mal unterbrochen, ungleich verteilt auf alle drei Anbieter."
Wie gut/stabil die Verbindungen über VoLTE aber im Einzelfall sind, ist damit natürlich nicht gesagt. Allein wo und wie man sich im Netz bewegt, spielt eine große Rolle.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.03.2022 um 10:52 Uhr
Fake-5G bei Telekom und Vodafone

@omkcgn: Bei unseren wirklich ausgedehnten Testfahrten im November hatte Vodafone noch keinen einzigen "echten" 5G-Standort, sondern - wie die Telekom - nur Pseudo-5G auf Basis von LTE.
Erst dieser Tage vermeldete Vodafone, einige tausend Masten mit reinem 5G zu betreiben. Aber diese 5G-Standorte von Vodafone laufen auf niedrigen Frequenzen (700 MHz) und liefern im besten Fall 100 Mbit/s (statt bis zu 1000 Mbit/s bei der Telekom in unserem Test).
Der Ausbau geht weiter (das ist schön), werbewirksame Aussagen der Netzbetreiber über sich selbst verschweigen aber regelmäßig den Pferdefuß, den wir mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand suchen.

laertes2222 am 25.03.2022 um 08:43 Uhr
VoLTE

Haben Sie auch die Zuverlässigkeit von VoLTE Gesprächen geprüft?
Bei mir (Telekom Netz, Sony Xperia 5ii) brechen die Gespräche ständig ab. Auch kein Rückfall auf das 2G Netz. Somit ist VoLTE zwar im Vertrag enthalten, aber effektiv nicht nutzbar, da es doch sehr unangenehm ist, wenn wichtige Gespräche abbrechen. Daher habe ich es ausgeschaltet.