Ruhe­stätte ohne Grab­pflege. Heut­zutage wünschen viele Menschen eine Bestattungs­form ohne Grab­pflege. Sie wollen ihren Angehörigen nicht die jahr­zehnte­lange Pflege ihrer Grabstätte aufbürden. Viele Friedhöfe haben sich darauf einge­stellt und bieten unterschiedliche pfle­gefreie Grab­arten an, wie dieses Urnenreihen­grab mit einer Granitplatte, das auf dem Friedhof im west­fälischen Ibbenbüren liegt.

Über eigene Beerdigungs­wünsche zu sprechen, fällt schwer. Doch im Todes­fall ist es für trauernde Angehörige eine Erleichterung, wenn sie wissen, was zu tun ist.

Angehörige, die einen lieben Menschen verlieren, müssen kurz nach dessen Tod nicht nur den Verlust verschmerzen. Sie müssen auch viele Entscheidungen treffen: Wo und wie soll der Verstorbene bestattet werden? Soll es eine Beerdigung im Sarg sein oder eine Einäscherung mit späterer Urnenbeiset­zung? Welcher Rahmen ist für eine Trauerfeier angemessen?

Trauer­begleiterin Eva Terhorst weiß, wie belastend eine solche Situation ist: „Die Organisation der Bestattung ist die letzte Möglich­keit, etwas für den Verstorbenen zu tun.“ Für viele Angehörige ist es daher eine Hilfe, zu wissen, was der Verstorbene selbst gewollt hätte. „Ich würde jeder Familie raten, das Thema Bestattung anzu­sprechen“, so Terhorst.

Wer in einem solchen Gespräch seine Vorstel­lungen zumindest zu einigen dieser für viele schwierigen Fragen mitteilt, trifft eine Bestattungs­verfügung – so heißt es im Juristen­deutsch. Sie kann zum Beispiel den Wunsch enthalten, nach seinem Tod auf keinen Fall verbrannt oder auf einem bestimmten Friedhof beigesetzt zu werden.

Schon jetzt an den Tod denken?

Wer sich mit Fragen rund um Tod und Bestattung zum ersten Mal beschäftigt, mag sich schnell über­fordert fühlen – nicht nur emotional. Was ist wichtig? Was ist möglich? Was gilt, wenn ich nichts regele? Auf den folgenden Seiten will Finanztest dazu anregen, sich mit dem Thema auseinander­zusetzen – möglichst im Gespräch mit Angehörigen.

Welche Art der Vorsorge sinn­voll ist, hängt natürlich von der persönlichen Lebens­situation ab: Möchte jemand seinen Angehörigen im Todes­fall Entscheidungen abnehmen, reicht ihm womöglich eine Bestattungsverfügung. Andere möchten heute schon ihre eigene Bestattung planen und bezahlen. Das kann sinn­voll sein, wenn jemand keine Angehörigen hat oder es ihm wichtig ist, seinen Kindern keinesfalls die Bestattungs­kosten aufzuerlegen (Vorab regeln und bezahlen).

Um auch über diese Form der Vorsorge berichten zu können, haben wir erst­mals Treu­hand­gesell­schaften für Bestattungs­vorsorge untersucht. Über solche Gesell­schaften können Vorsorgende die Bezahlung ihrer Bestattung heute schon organisieren.

Dass viele Menschen auch das Finanzielle vorab regeln wollen, zeigen die Zahlen: Allein die Treu­hand­gesell­schaften aus unserem Test verwalten zusammen nach eigenen Angaben rund 1,03 Milliarden Euro. So viel Geld haben Vorsorgende bei ihnen bereits heute für ihre Beiset­zung hinterlegt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 76 Nutzer finden das hilfreich.