Bestattungen Test

Wer einen Angehörigen zu Grabe trägt, fragt selten nach finanziellen Details. Das nutzen Bestattungsunternehmen oft aus: Mit vermeintlich unkomplizierten Pauschalpreisen machen sie mitunter Kasse. Die Hinterbliebenen bekommen zu wenig Informationen, aber hohe Rechnungen. Im Test: 29 Bestattungsunternehmen in deutschen Städten. test.de sagt, was Sie über Bestattungen wissen sollten.

Preise verschleiert

Bis zu 2 230 Euro veranschlagten die Bestatter im Test für eine einfache Erdbestattung. Hinzu kommen noch Gebühren für die Beisetzung, Grabanlage und Grabnutzung. Etwa 660 bis 2 350 Euro – je nach Friedhof und Bundesland. Macht insgesamt bis zu 4 580 Euro für ein simples Begräbnis. Wer das Grab aussuchen will oder einen besonderen Sarg sucht, zahlt schnell das Doppelte. Die Kosten für einzelne Leistungen bleiben dabei häufig im Dunkeln. Die Angebote sind nicht transparent. Beste Note: befriedigend. Am meisten Beanstandungen gab es bei den Angeboten von Marktführer Ahorn-Grieneisen und EFS Bestattungen. Fazit: Mangelhaft in puncto Kostentransparenz.

Angebot erweitert

Auffällig: Die Kunden sollen fast immer mehr bezahlen als den Mindestpreis, den der Bestatter der Stiftung Warentest nennt. Während die Projektleiterin der Stiftung Warentest offen mit den Anbietern spricht, treten drei geschulte Tester anonym als Kunden auf. Sie wollten die Beerdigung einer schwer kranken Tante vorbereiten – so ihre Vita. Schlicht soll das Begräbnis sein und preisgünstig. Die meisten Bestatter gehen auf diesen Wunsch nicht ein. Stattdessen erweitern sie das Angebot: etwa mit Blumenschmuck, einer Trauerfeier und anderen Details. Der Kunde wird überrumpelt: Oft zahlt er einen Pauschalpreis und merkt nichts von teuren Details. Pauschalpreise seien beliebt, sagen die Bestatter. Doch sie erschweren den Preisvergleich.

Infos fehlen

Die einfachste Erdbestattung kostet beim teuersten Anbieter 1 570 Euro, beim billigsten nur 499 Euro. Der Kunde hätte gut 1 000 Euro gespart. Ob das Begräbnis tatsächlich vergleichbar ist, lässt sich kaum sagen. Kaum ein Anbieter schlüsselt seine Positionen detailliert auf. Auch mit Informationen nehmen es die Bestatter nicht so genau. Welche Aufgaben kann der Kunde möglicherweise selbst übernehmen? Die Bestatter gaben kaum Antwort auf diese Frage. Noch dünner waren die Informationen über Grabsteine und Grabpflege. Viele Bestatter erwähnten nicht, was Steinmetz und Friedhofsgärtner berechnen. Selbst die örtlichen Friedhofsgebühren hatte nicht jeder parat.

Freundliche Atmosphäre

Gute Noten attestiert die Stiftung Warentest den Bestattern nur in puncto Gesprächsführung und Atmosphäre. Die Testkunden wurden freundlich und diskret behandelt. Die meisten Bestatter nahmen sich Zeit. Kaum Drängelei zu schnellen Verträgen: Das ist ein Plus für die Branche.

Vorsorge ohne Vorkasse

Wer über seine eigene Bestattung bestimmen will, kann schon zu Lebzeiten vorsorgen. Das Testament ist dafür allerdings nicht geeignet: Es wird für gewöhnlich erst nach der Bestattung geöffnet. Besser sind Absprachen in der Familie und handschriftliche Vollmachten. Eine solche Vollmacht ist beispielsweise für eine Feuerbestattung sinnvoll. Wer will, kann auch einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter abschließen. Darin werden Ablauf, Umfang und persönliche Wünsche für die Bestattung festgelegt. Wichtig: Zahlen Sie nicht im Voraus. Sonst könnte das Geld verloren gehen, wenn das Bestattungsunternehmen Pleite macht. Sicherer ist die Hinterlegung auf einem Treuhandkonto – etwa bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand.

Sparplan statt Versicherung

Von einer Sterbegeldversicherung raten die Tester eher ab. Das sind teure Zwitter aus Kapital- und Risikolebensversicherungen mit sehr langen Laufzeiten. Die eingezahlten Prämien übersteigen schnell die Versicherungssumme. Dann besser ein Sparplan von einer Bank. Vorteil: Das Geld bleibt verfügbar – auch zu Lebzeiten. Für jüngere Menschen eignet sich eine Risikolebensversicherung zur Vorsorge.

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