Medikamente: Keine Dauer­lösung

Die kurz­zeitige Einnahme von Medikamenten ist in akuten Notlagen gerecht­fertigt. Die Behand­lung sollte aber auch immer nicht-medikamentöse Lösungen einbeziehen, wie etwa Schlaf­regeln. Diese Medikamenten­gruppen kommen infrage:

  • Benzodiazepine haben ein hohes Sucht­potenzial. Das Gleiche gilt für Z-Drugs, also Wirk­stoffe, die mit dem Buch­staben Z beginnen, etwa Zolpidem und Zopiclon. Medikamente aus beiden Gruppen sollten in der Regel nicht länger als vier Wochen genommen werden. Bereits dann sind Entzugs­erscheinungen möglich. Bei längerer Einnahme kann es etwa zu Depressionen, Dünn­häutig­keit und wieder­auftretenden Schlafstörungen kommen.
  • Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Melisse oder Johannis­kraut sind frei verkäuflich und machen nicht körperlich abhängig. Ihre Wirk­samkeit ist kaum belegt. Noch am ehesten zu empfehlen ist Baldrian ohne Kombination mit anderen pflanzlichen Stoffen. Es muss ausreichend dosiert sein, zum Beispiel vier bis sechs Dragees mit je 500 Milligramm Baldrianwurzel. Nach zwei bis vier Wochen kann es helfen.
  • Antide­pressiva werden einge­setzt, wenn die Schlafstörung nach­weislich im Zusammen­hang mit psychischen Erkrankungen steht. Neuroleptika kommen bei Psycho­sen zum Einsatz. Beide machen nicht abhängig, sollten aber auch nicht abrupt abge­setzt werden. Zudem haben sie zahlreiche Neben­wirkungen wie Herz­rhythmus­störungen, Magen-Darm-Beschwerden und Muskelzittern.
  • Anti­histaminika wirken gegen Allergien, können müde machen und somit auch bei Schlafstörungen helfen. Teils werden sie miss­bräuchlich, etwa in zu hoher Dosis und zu lange genommen. Obwohl rezept­frei, haben sie viele Neben­wirkungen, etwa dass die Müdig­keit tags­über anhält.

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