Besser Hören Test

Wer Telefon oder Türklingel zu leise hört, dem kann moderne Technik helfen. Hörhilfen erleichtern den Alltag. Zuerst aber sollte ein Arzt untersuchen, ob das Gehör in Ordnung ist.

Rauschende Blätter im Wind, murmelnde Bäche, zwitschernde Vögel – es ist schade, wenn man solche zarten Töne schon lange nicht mehr gehört hat. Bedenklich ist, wenn man die Türklingel manchmal überhört, beim Telefonieren nicht alles verstehen kann oder den Fernseher so laut stellt, dass die Nachbarn sich beschweren. Es könnte sich nämlich um eine beginnende Schwerhörigkeit handeln.

Viele sind sich der Einschränkungen gar nicht bewusst, oder sie sind zu eitel, ihre Schwächen gegenüber sich selbst und anderen zuzugeben. Doch Abhilfe ist möglich. Zunächst sollte das Gehör überprüft werden. Das geht mit einem einfachen Hörtest, entweder bei einem Hörgeräteakustiker oder bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Bei einer Tonaudiometrie hört der Betroffene über Kopfhörer Prüftöne und gibt ein Zeichen, sobald er einen Ton wahrnimmt. So lässt sich registrieren, ob er unter einem Hörverlust leidet und wie stark dieser ist.

Ab 30 Dezibel zahlen die Kassen zu

Bei einem Hörverlust von 20 Dezibel kann man zum Beispiel das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr hören. Bei 40 Dezibel Hörverlust hat der Betroffene Mühe, einem Gespräch zu folgen, wenn es in lauter Umgebung stattfindet. An den Kosten für Hörhilfen beteiligen sich die Krankenkassen ab 30 Dezibel Hörminderung. Normale Alltagsartikel, die nicht ausschließlich auf Hörbehinderte zugeschnitten sind, finanzieren die Kassen meist nicht. Wir haben eine kleine Auswahl solcher Hörhilfen – vom Lichtblitzwecker bis zu Telefonen mit Hörverstärkung – getestet. Einige Telefone und Telefonierhilfen überprüften auch Personen mit Seheinschränkungen. Die Geräte sind zwar nicht zwingend erforderlich, können den Alltag aber erheblich erleichtern.

Die Hörhilfen im Praxistest

Drei Frauen und drei Männer zwischen 40 und 78 Jahren mit einer Höreinschränkung von 15 bis 30 Dezibel und zwei Experten haben die Hörhilfen in der Praxis geprüft. Am Ende bewerteten sie die meisten Alltagshelfer als nützlich – doch zunächst mussten die technischen Laien etliche Anfangsschwierigkeiten überwinden.

Bei fast allen Produkten kritisierten sie die Gebrauchsanleitung: unübersichtlich, kleine Schrift, fehlende oder missverständliche Illustrationen, unverständliche Fachausdrücke, rätselhafte Kabel, Kabelstecker und Kabelbuchsen. Es kam sogar vor, dass sie zunächst überhaupt nicht erkannten, welche sinnvollen Dienste die kleinen Helfer leisten konnten. Ein weiteres Problem: Wer ein distanziertes Verhältnis zu moderner Technik und Elektronik hat, dürfte sich wie teilweise auch unsere Testperso­nen beim Einstellen und Programmieren der häufig umfangreichen Funktionen der Geräte eher schwertun.

Tipp: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie eine Hörhilfe für nützlich halten – suchen Sie Unterstützung bei einem technisch versierten Nachbarn oder im Fachge­schäft. Vor einer Kaufentscheidung sollten Sie ohnehin mehrere Hilfsmittel vergleichen und ausprobieren, zum Beispiel ob die Lautstärke der Telefonklingel oder die Hörverstärkung ausreichen.

Die Favoriten der Testpersonen

Wir haben unsere Testpersonen auch gefragt, welche Hörhilfen sie sich selbst kaufen würden. Am beliebtesten waren bei ihnen einfach zu benutzende und deutlich beschriftete Produkte. Als klarer Favorit erwies sich das Telefon von Audioline, mit 40 Euro auch das preisgünstigste im Test. Die Jüngeren unter ihnen schätzten es auch, wenn man den Geräten ihre „behindertengerechte“ Funktion nicht ansah.

Weitere sprechende Geräte und Alltagshelfer für Personen mit Sehschwäche stellen wir in der Juni-Ausgabe von test vor.

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