Berufs­uniform Meldung

Wer eine vorgeschriebene Uniform am Arbeits­platz verweigert, riskiert die Kündigung. test erklärt, nach welchen Regeln bestimmte Berufs­bekleidung zur Pflicht werden kann und was Mitarbeiter tun können, wenn sie mit der Berufs­bekleidung nicht einverstanden sind.

Uniform kann Pflicht sein

Eine Mitarbeiterin in einem Möbel­haus war bereits mehr­mals abge­mahnt worden, weil sie ihre Arbeits­kleidung nicht tragen wollte. Als sie erneut gegen die vorgeschriebene Kleider­ordnung verstieß, bekam sie die Kündigung. Das Arbeits­gericht Cott­bus urteilte: Die Kündigung nach mehr­maliger Abmahnung ist recht­mäßig (Az. 6 Ca 1554/11). Die Arbeits­kleidung unterliege der Vorschrift des Arbeit­gebers, soweit im Kollektiv­vertrag oder in anderen Rege­lungen des Unter­nehmens nichts Gegen­teiliges steht. Recht­lich wird zwischen Arbeits- und Schutz­kleidung unterschieden.

Regeln im Arbeits­vertrag oder im Tarif­vertrag

Die Kell­nerin im Café, der Maler auf der Straße oder die Stewardess im Flieger: Sie alle tragen Arbeits­kleidung. „Das ist eine branchen­übliche, vom Arbeit­geber vorgegebene Kleidung“, sagt die Dresdner Rechts­anwältin Simone Sperling. Ob es eine Kleidungs­vorschrift gibt, steht im Arbeits- oder Tarif­vertrag. Wenn das der Fall ist, müssen sich die Mitarbeiter daran halten. In bestimmten Berufen besteht eine erhöhte Verletzungs­gefahr. Daher tragen zum Beispiel Feuerwehr­männer, Chemielaboranten oder Bauarbeiter eine gesetzlich vorgeschriebene Schutz­kleidung. Der Chef muss dafür sorgen, dass die Kleider­ordnung einge­halten wird.

Wer für die Kleidung bezahlen muss

Für die recht­lich vorgeschriebene Schutz­kleidung kommt immer das Unternehmen auf. Auch Arbeits­kleidung wird in der Regel vom Chef bezahlt, insbesondere wenn auf den Uniformen ein Firmenlogo prangt. Einen Maler­anzug oder Blaumann zahlt meist der Mitarbeiter.

Tipp: Wer sich an der Berufs­kleidung stört, weil sie große Nachteile oder Behin­derungen im Arbeits­alltag mit sich bringt, kann sich an seinen Betriebsrat wenden. Das gilt auch für die Schutz­kleidung, wenn der Chef sie beispiels­weise nicht ausreichend zur Verfügung gestellt hat. Wenn die Kleidung hingegen optisch nicht gefällt, hat der Mitarbeiter keine Gründe, Einspruch zu erheben.

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