Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich: 35 von 71 Tarifen sind top

Wichtige Infos für junge Menschen

Sinn­voll ist, sich so früh wie möglich um eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kümmern, etwa zu Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung. Wer früh abschließt, hat zwei Vorteile: Er ist jung und oft noch gesund – das macht den Schutz relativ günstig, denn Lebens­alter und Gesund­heits­zustand wirken sich stark auf den Preis aus. Manche Versicherer bieten sogar Schülern ab 10 oder 15 Jahren den Schutz an.

So früh wie möglich

Der Gesund­heits­zustand ist ausschlag­gebend dafür, ob und zu welchen Konditionen ein Versicherer einen Vertrag anbietet. Jüngere sind zwar nicht generell gesünder als ältere Menschen, doch laut Statistik nehmen Kranken­haus­auf­enthalte mit steigendem Lebens­alter zu. Die Versicherer nehmen vor Vertrags­schluss eine Risiko­prüfung vor. Das heißt: In einem Gesund­heits­fragebogen müssen Antrag­steller ambulante Behand­lungen und Erkrankungen meist der vergangenen fünf Jahre angeben sowie stationäre Aufenthalte meist der vergangenen zehn Jahren.

Nicht alle erhalten ihren Wunsch­vertrag

Die Ergeb­nisse von Leser­umfragen der Stiftung Warentest zeigen, dass aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen längst nicht alle den Vertrag bekommen, den sie sich wünschen. Zum Beispiel bieten Versicherer bei Allergien, Haut­problemen, Atemwegs­erkrankungen, Diabetes, Sport­verletzungen oder Rücken­beschwerden häufig nur Verträge mit Ausschluss oder Beitrags­zuschlag an. Manchmal müssen Kunden Abstriche bei der Lauf­zeit oder Rentenhöhe machen. Mit einer Diagnose wie Krebs oder einer psychischen Erkrankung ist der Schutz so gut wie ausgeschlossen.

Auszubildende und Studierende

Auszubildende und Studierende sollten sich an den sehr guten Angeboten im Test orientieren. Achtung: In der Regel bietet ihnen der Versicherer nur eine monatliche Berufs­unfähigkeits­rente von 1 000 Euro oder 1 500 Euro an. Deshalb sollten sie darauf achten, dass der Vertrag die Möglich­keit einer Nach­versicherung berück­sichtigt. Schreitet die Karriere voran, reicht eine Monats­rente von 1 000 Euro vielleicht nicht mehr aus. Der Versicherer sollte anbieten, ohne erneute Gesund­heits- und Risiko­prüfung die Rente auf 2 000 Euro oder mehr erhöhen zu können, zum Beispiel bei Eintritt in das Berufs­leben, Heirat oder Hauskauf.

Berufs­unfähig während Ausbildung oder Studium

Was gilt eigentlich, wenn Auszubildende und Studierende während der Ausbildungs- und Studien­phase berufs­unfähig werden? Wir haben fest­gestellt, dass Versicherer unterschiedliche Rege­lungen anbieten. Nach unserer Auffassung ist es von Vorteil, wenn der Versicherer bei Prüfung einer Berufs­unfähigkeit dann auf den angestrebten Zielberuf abstellt. Bei Auszubildenden ist dies eher unpro­blematisch. Studierende hingegen haben in manchen Studien­gängen eine Vielzahl von Berufs­möglich­keiten. Deshalb ist es für sie vorteilhaft, wenn der Versicherer ihnen die Möglich­keit bietet, den angestrebten Beruf in den Vertrag aufzunehmen.

Spezielle Tarife für junge Leute: Starter­police

Manche Versicherer bieten Schülern, Auszubildenden und Studierenden unter der Bezeichnung „Starter­police“ oder „Einsteiger­tarif“ güns­tige Tarife mit Preis­nach­lässen an. Die Beiträge sind anfangs günstig und werden später teurer. Die Idee dahinter: Wer im Berufs­leben später mehr verdient, kann sich den höheren Beitrag dann eher leisten. Es gibt verschiedene Angebots­varianten: In manchen Tarifen steigen die Beiträge jähr­lich mit dem Lebens­alter bis zum Ende der Lauf­zeit. Andere Tarife enden nach fünf oder zehn Jahren. Kunden sollten darauf achten, dass sie dann ohne erneute Gesund­heits- und Berufs­risiko­prüfung in den Normal­tarif wechseln können.

Tipp: Lassen Sie sich vorrechnen, welche Variante über die gesamte Lauf­zeit gerechnet am güns­tigsten ist.

Starter­tarif oder Normal­tarif

Oft fällt es durch die in den Starter­tarifen in den ersten Jahren güns­tigen Prämien einfacher, sich schon früh­zeitig Berufs­unfähigkeist­schutz zu sichern.

Preisbeispiel: Eine 19-jährige, die eine Ausbildung zur Pflegefach­kraft (Gesund­heits- und Kranken­pflegerin) macht, zahlt bei einem Versicherer rund 96 Euro für eine monatliche Berufs­unfähigkeits­rente von 1 000 Euro im so genannten „Normal­tarif“. Der Vertrag läuft bis zum 67. Geburts­tag. Insgesamt würde sie rund 55 267 Euro an den Versicherer zahlen. Wählt die Auszubildende einen Starter­tarif, zahlt sie anfangs monatlich 29 Euro. Der Beitrag erhöht sich jähr­lich, bis sie im fünften Versicherungs­jahr rund 42 Euro monatlich zahlt. Danach wechselt sie ohne erneute Gesund­heits­prüfung in den „Normal­tarif“. Der Monats­beitrag liegt bis zum Laufzeit­ende bei 106 Euro. Die gesamte Einzahlungs­summe beträgt rund 56 980 Euro und ist damit nur etwas höher als wenn die Auszubildende gleich den Normal­tarif gewählt hätte.

Schon ab 10 oder 15 Jahren

Manche Versicherer aus unserem Test bieten Berufs­unfähigkeits­schutz schon ab dem Schul­alter an. Zum Beispiel ab 10 oder 15 Jahren. In der Regel liegen die angebotenen Monats­renten bei maximal 1 000 Euro oder 1 500 Euro für den Fall einer Berufs­unfähigkeit. Die Versicherung springt sowohl bei Berufs­unfähigkeit in der Schul­zeit ein, als auch während der Ausbildung, im Studium oder Berufs­leben. Versicherer definieren unterschiedlich, wann „Berufs­unfähigkeit“ eines Schülers vorliegt. Für manche gilt „Schüler“ als Beruf, andere Versicherer stellen auf eine „Schul­unfähigkeit“ ab. Eine Stan­dard­formulierung gibt es nicht.

Tipp: Eltern sollten sich vom Versicherer erklären und schriftlich bestätigen lassen, wann ein Schüler „berufs­unfähig“ ist.

Über­raschend: Kaum teurer als späterer Abschluss

Was manche vielleicht über­rascht: Der frühe Abschluss ist über die gesamte Lauf­zeit gerechnet nicht unbe­dingt teurer als bei einem Abschluss erst zehn Jahre später.

Preisbeispiel: Ein 15-jähriger gesunder Schüler zahlt monatlich 43 Euro bei einem Versicherer aus unserem Test. Der Vertrag läuft bis zum 67. Geburts­tag. Über die gesamte Lauf­zeit gerechnet zahlt er rund 26 700 Euro. Beim Vertrags­schluss mit 25 Jahren würde er bei gleichem Risiko und bis zum selben Vertrags­ende insgesamt rund 26 000 Euro zahlen. Das sind nur 700 Euro weniger.

Vorteil durch Berufs­risiko­einstufung als Schüler

Das „Berufs­risiko“ eines Schülers stufen Versicherer in der Regel als nied­rig oder mittel ein. Die Einstufung ist meist abhängig vom angestrebten Bildungs­ziel, zum Beispiel Abitur oder Mitt­lerer Schul­abschluss. Diese Berufs­risiko-Einstufung kann später von Vorteil sein. Etwa, wenn ein Schüler mit nied­rig einge­stuftem Risiko später einen Beruf ergreift, der mit einem höheren Risiko einge­stuft ist. Versicherer haben für nahezu alle Berufe Risiko­gruppen definiert. Dabei gilt: Je körperlich anstrengender die Tätig­keit, etwa im Hand­werk oder in der Kranken- und Alten­pflege, umso riskanter und teurer.

Preisbeispiel: Ein Tischler hat ein hohes Berufs­risiko. Schließt er als 30-Jähriger eine Berufs­unfähigkeits­versicherung ab, zahlt er monatlich 123 Euro bei einem Versicherer aus unserem Test. Über die gesamte Lauf­zeit bis zum 67. Geburts­tag kostet ihn der Schutz insgesamt rund 54 600Euro. Hätte er als 15-jähriger Schüler den gleichen Vertrag abge­schlossen, der weder eine erneute Gesund­heits­prüfung noch eine erneute Berufs­risiko­prüfung vorsieht, würde er monatlich 43 Euro für den Schutz zahlen. Über die Lauf­zeit gerechnet hätte er im Vergleich mit dem Abschluss als 25-Jähriger rund 27 900 Euro gespart.

Besserstufung auf Antrag

Manche Versicherer bieten in einigen Tarifen eine Besserprüfung an, auch Beitrags­über­prüfungs­option genannt. Dann kann eine Kundin, die beispiels­weise als Schülerin mit mitt­lerem Risiko einge­stuft wurde, vom Versicherer verlangen, ohne erneute Gesund­heits­prüfung in eine Berufs­gruppe mit geringem Risiko einge­stuft zu werden, in der sie weniger Beitrag zahlt. Zum Beispiel, wenn sie als Juristin oder Control­lerin arbeitet. Eine Pflicht, dem Versicherer den Beruf mitzuteilen, gibt es jedoch nicht. Auch etwaige Berufs­wechsel müssen Kunden nicht melden. Steht die Berufs­bezeichnung „Schüler“ im Vertrag, bleibt diese Bezeichnung in der Regel über die gesamte Vertrags­lauf­zeit dort stehen. Das heißt: Stellt ein „Schüler“ mit 50 Jahren einen Leistungs­antrag, weil er in seinem Beruf als Polizist oder Manager nicht mehr arbeiten kann, prüft der Versicherer, ob er diesen Beruf noch ausüben kann.

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Test Berufs­unfähigkeits­versicherung im Vergleich Stand der Daten: 01.04.2021
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