Berufsunfähigkeits­versicherung Test

Auszubildende, Hausfrauen und Studenten sollten eine Berufsunfähigkeits­­versicherung abschließen. Sonst haben sie kein Einkommen, wenn ihre Arbeitskraft etwa wegen Krankheit dauerhaft ausfällt. Der Staat zahlt ihnen meist keine oder nur eine geringe Rente. Die Berufsunfähigkeits­versicherung lindert diese finanzielle Notlage. Doch nicht jeder Versicherer akzeptiert Nicht- oder Geringverdiener. Finanztest hat deshalb geprüft, welche „sehr guten“ Berufsunfähigkeits­versicherungen aus FINANZtest 7/2005 auch für Hausfrauen, Studenten, Azubis und Schüler Schutz bieten.

Kaum gesetzliche Rente

Weder Hausfrauen und Hausmänner, noch Auszubildende und Studenten können mit der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen. Sie zahlt ihnen sehr wenig, oft gar nichts. Denn Arbeitnehmer erhalten wegen gesundheitlich bedingter Erwerbsminderung eine staatliche Rente erst dann, wenn sie zuvor 60 Monate lang Beiträge ein­gezahlt haben. Schüler, Studenten, Auszubildende und Berufsanfänger gehen also meist leer aus. Für Hausfrauen und Hausmännern gilt: Die Höhe der staatlichen Leistungen hängt davon ab, ob und wie viele Renten­beiträge sie früher einmal eingezahlt haben und ob sie Kinder erziehen. Gering wäre ­ihre Rente allemal. Hinzu kommt: Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt ab 1961 Geborenen die volle Rente erst dann, wenn sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Die berufliche Qualifikation spielt keine Rolle mehr. Private Vorsorge ist also wichtig.

Schutz in der Ausbildung

Die Hälfte der getesteten Versicherer gewähren Studenten schon von Beginn des Studiums an echten Berufsunfähigkeitsschutz für den angestrebten Beruf (siehe Testkompass). Im Ernstfall bedeutet dies: Kann der Betroffene seinen angestrebten Beruf nicht ausüben, zahlt der Versicherer Rente. Einige Versicherer bieten ­Kunden dagegen in der Ausbildung, an der Universität oder Schule anfangs nur einen ­Erwerbsunfähigkeitsschutz. Das bedeutet: Beantragt ein Azubi wegen schwerer Erkrankung die Rente, bekommt er sie nur, wenn für ihn jede Tätigkeit ausgeschlossen ist - eine hohe Hürde im Vergleich zur Berufsunfähigkeits­versicherung. Gegen Ende der Ausbildung gilt bei den meisten Versicherern aber der angestrebte Beruf als Maßstab im Versicherungsfall. Die Erwerbsunfähigkeits- wird zur Berufsunfähigkeits­versicherung.

Schutz für zu Hause

Hausfrauen oder Hausmänner arbeiten viel und verdienen nichts. Können sie nicht mehr arbeiten, wirds teuer - besonders, wenn sie Kinder betreuen. Die Familie müsste eine Haushaltshilfe einstellen. In solchen Fällen verbessert eine Berufsunfähigkeitsversicherung zumindest die finanzielle Situation. Positiv: Hausfrauen und Hausmänner können inzwischen fast überall einen entsprechenden Vertrag abschließen. Im Leistungs­fall ermitteln die Versicherer, ob und in ­welchem Umfang der Betroffene zu Hause noch arbeiten kann. So vergleicht etwa die mamax die Leistungsfähigkeit einer kranken Hausfrau mit dem Beruf einer Haus- und Familienpflegerin.

Maximal mögliche Rente

Die Versicherer legen für Nicht- oder Geringverdiener pauschal Maximalrenten fest. Die meisten lassen nicht mehr als 1 000 Euro Rente im Monat zu. Ausnahmen: Die Volksfür­sorge und die Alte Leipziger. Sie erlauben sogar Schülern eine Maximalrente von 1 500 Euro im Monat, wenn sie den hohen ­Beitrag dafür aufbringen können. Nach dem Vordiplom können Studenten ihre Rente bei der Alten Leipziger ohne erneute Gesundheitsprüfung auf 2 000 Euro im Monat erhöhen. Sie dürfen sich also frühzeitig nachversichern. Das ist erfreulich. Reicht doch die anfangs vereinbarte Rente in der Ausbildung meist nicht über das gesamte Berufsleben hinweg aus.

Nachversicherungsgarantien nutzen

Auch bei den anderen sehr guten Angeboten können die Kunden später bis zu einem bestimmten Alter die anfangs vereinbarte Rente über Nachversicherungsgarantien erhöhen - und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung. Sie müssen dann aber ­berufstätig sein und einen Anlass für die Erhöhung haben - etwa eine Heirat oder die Geburt eines Kindes. Für Hausfrauen und Hausmänner gilt die Nachversicherungsgarantie bis zu den Rentenobergrenzen von 12 000 oder 18 000 Euro im Jahr. Hat eine Hausfrau etwa anfangs weniger als die Maximalrente vereinbart, kann sie ihren Schutz später allenfalls bis dorthin erhöhen.

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