Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte jeder haben. Denn wer aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, steht schnell vor dem finanziellen Ruin, wenn die private Absicherung fehlt. Und Hilfe vom Staat gibts nur begrenzt. Doch der Weg zur Police ist nicht leicht: Oft schließen Versicherer Antragsteller aufgrund von Krankheiten aus oder bieten nur geringen Schutz. Finanztest hat 95 Angebote getestet: 17 erhielten ein „Sehr gut“, 47 noch ein „Gut“ immerhin sieben aber nur ein „Ausreichend“. Finanztest nennt gute Angebote, sagt worauf Antragsteller vor Vertragsabschluss achten sollten und welche Möglichkeiten Betroffene haben, wenn Versicherer sie aufgrund von bestimmten Krankheiten ablehnen.

Meist im Kombipaket

Die meisten Versicherer bieten die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit kombiniert mit einer Risikolebensversicherung an. Diese zahlt den Angehörigen eine vorher vereinbarte Summe, falls der Kunde stirbt. Allerdings gibts bei einigen Versicherern auch einen separaten Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Im Schnitt sind Einzelpolicen preiswerter als das Kombiprodukt - vor allem für Männer. Wer keine Angehörigen versorgen muss, kann daher gut auf die angehängte Risikolebensversicherung verzichten.

Verschiedene Berufsgruppen

Die Versicherer teilen ihre Kunden in verschiedene Berufsgruppen ein - je nachdem wie hoch das entsprechende Risiko ist. Das ist neben dem Alter ein entscheidendes Kriterium für die Höhe des Beitrags. So zahlen Akademiker mit einem Schreibtischjob meist am wenigsten. Wer sich dagegen in seinem Beruf stark körperlich anstrengen muss, zahlt die höchsten Beiträge.

Bedingungen entscheidend

Wichtiger als die Preise sind die Versicherungsbedingungen. Denn diese entscheiden, ob Versicherungsnehmer im Falle der Berufsunfähigkeit auch tatsächlich die vereinbarte Rente erhalten oder ob die Versicherer dies aus vertraglichen Gründen verweigern. So sollten Kunden darauf achten, dass im Vertrag auf die abstrakte Verweisung verzichtet wird. Nur dann können Versicherer den Betroffenen die Rentenzahlung nicht mit der Begründung verweigern, sie könnten theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten. Auch die Verweisung auf Vorberufe sollte möglichst nicht im Vertrag stehen. Denn haben Kunden wenige Jahre vor der Erkrankung in anderen Berufen gearbeitet, können Versicherer sie mit dieser Klausel wieder in einen alten Beruf verweisen - und die Rentenzahlung bleibt aus.

Reduzierter Schutz

Bei bestimmten Krankheiten verweigern Versicherer oft die Absicherung, verringern die Laufzeit des Vertrages oder bieten nur eine geringere Rente an. Das kann bereits bei Rückenleiden oder Allergien der Fall sein. Auf den reduzierten Schutz sollten sich Kunden aber möglichst nicht einlassen und Angebote von anderen Versicherern einholen. Wer sich trotz allem diskriminiert fühlt, kann sich zudem an den Versicherungsombudsmann Wolfgang Römer in Berlin wenden.

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