Berufsunfähigkeitsversicherung Test

Fast jeder zweite Berufsunfähigkeitstarif plus Risikolebensversicherung bietet im aktuellen Test „sehr guten“ Schutz. Doch viele Interessenten erhalten gar keine oder nur schlechte Verträge. Finanztest nennt empfehlenswerte Tarife und sagt, wie Sie den bestmöglichen Schutz erhalten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Testsieger

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Policen für alle - egal ob Arbeitnehmer, Freiberufler oder Hausfrau. Wer etwa aufgrund einer Krank­heit nicht mehr arbeiten kann, erhält aus ihr eine Rente bis zum Ende der ver­ein­bar­ten Laufzeit. Finanztest hat 82 Angebote für Berufs­unfähig­keits-Zusatz­versiche­rungen mit Risiko­lebens­versiche­rung untersucht. Die Zusatz­versi­cherung ist vor allem in Kombination mit einer Risiko­lebens­versi­cherung zu empfehlen. Die Verbindung mit einer Kapital­lebens­versicherung ist dagegen teuer und lohnt in der Regel nicht, da die Berufs­un­fähig­keits­rente oft zu niedrig aus­fällt. Am besten schneiden die AachenMünchener und Generali ab sowie bestimmte Tarife der Hannoversche Leben, Huk24 und Huk-Coburg. Die Test­sieger plus 34 weitere „sehr gute“ Berufs­unfähig­keits-Zusatz­versi­che­rungen sind im Produktfinder Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten.

Versicherungsbedingungen entscheidend

Der Versicherte soll im Ernstfall schnell seine Rente erhalten. Des­halb geben vor allem die Ver­si­che­rungs­bedin­gun­gen den Aus­schlag für das Qualitäts­urteil. Ein sehr guter Berufs­unfähig­keitsschutz zeichnet sich aus durch:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung. Der Versicherer verzichtet - alters­unabhängig - bei Berufs­unfähigkeit darauf, den Kunden auf einen anderen Beruf zu verweisen. Der Kunde erhält auch dann seine Rente, wenn er gesund­heitlich noch in einem gleich­wertigen Beruf arbeiten könnte.
  • Kurze Prognose. Der Versicherer erkennt die Berufsunfähigkeit an, wenn ein Arzt sie für voraussichtlich sechs Monate prognostiziert.
  • Rückwirkende Zahlungen. Der Versicherer zahlt rückwirkend, wenn die Berufs­unfähig­keit zunächst unklar war, aber ein Arzt sie nach sechs Monaten weiter attestiert. Meldet der Ver­sicherte die Berufs­unfähig­keit verspätet, zahlt der Ver­sicherer sogar bis zu drei Jahren rückwirkend.
  • Nachversicherungsgarantie. Der Versicherte kann den Schutz nachträglich ohne erneute Gesund­heits­prüfung in vor­gege­benen Grenzen erweitern. Gründe dafür gibt es reichlich, etwa weil sich die Familien­situation verändert oder das Ein­kommen verbessert hat.

Weitere wichtige Kriterien sind etwa die Ein­deutigkeit der Gesund­heits­fragen im Antrag oder mögliche Einschränkungen für bestimmte Berufe. Viele Unter­nehmen verweigern Ange­hörigen bestimmter Berufe Verträge ganz oder gewähren ihnen keine Vertragslaufzeiten bis 65 oder 67 Jahren.

Den Ernstfall absichern

Der Kunde sollte wissen, welchen Berufsunfähigkeitsschutz er möchte und Ver­siche­rungs­angebote genau prüfen. Unbedingt stimmen muss die Höhe der verein­barten Rente. Das aktuelle Netto­ein­kommen ist der Maß­stab. Der Kunde sollte aus der Berufs­unfähig­keits­rente auch eine zu­sätz­liche Alters­vor­sorge be­zahlen können. Wem der Beitrag für die Police vorerst zu hoch ist, der kann zumindest für eine zunächst kleinere Rente eine Nach­ver­siche­rungs­garantie ver­ein­baren. Eine Vertrags­lauf­zeit bis 67 Jahre ist optimal. Kürzere Lauf­zeiten sind billiger. Endet der Ver­trag jedoch zu früh, klafft im Ernst­fall eine große finan­zielle Lücke. Ebenfalls wichtig: Der Vertrag sollte möglichst keine Leistungs­ausschlüsse aufgrund einer Gesund­heits­störung ent­halten. Wie Antrag­steller bei der Suche nach dem best­möglichen Schutz vor­gehen, erfahren sie in den Tipps.

Leseraufruf Berufsunfähigkeitsschutz I: Kunden mit Verträgen oder Ablehnung gesucht
Leseraufruf Berufsunfähigkeitsschutz II: An Ärzte und Psychologen

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