Berufsunfähigkeitsversicherung Test

Jeder Erwerbstätige sollte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Finanztest hat 59 Angebote für selbstständigen Berufsunfähigkeitsschutz verglichen und beurteilt. 16 haben mit „sehr gut“ abgeschnitten, acht dagegen nur ausreichend.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Berufsunfähigkeitsversicherung

Richtig guter Schutz

Berufsunfähigkeitsversicherung: Nicht billig, aber wichtig

Testsieger beim Berufsunfähigkeitsschutz pur ist die Volksfürsorge. Dieses Angebot schnitt in allen getesteten Kriterien mit „sehr gut“ ab. Auf den zweiten Platz kam der Tarif der VHV und Rang drei holte der Berufsunfähigkeitsschutz der Alten Leipziger. Er ist mit 989 Euro Jahresbeitrag Netto für die 30-jährige Diplomkauffrau und 916 Euro für den gleichaltrigen Diplomkaufmann deutlich günstiger als die anderen Verträge, wie die Tabelle zeigt. Die Verträge laufen jeweils 35 Jahre, die Berufsunfähigkeitsrente beträgt 2 000 Euro monatlich.

Online-Chat: Die Expertinnen von Finanztest beantworten am 2. Juli zwischen 13 und 14 Uhr Fragen zum Berufsunfähigkeitsschutz. Schon ab 25. Juni können Leser ihre Fragen auf test.de stellen.

Versicherung pur

Finanztest hat in dieser Untersuchung die selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen geprüft und bewertet. Selbstständig heißt, der Vertrag ist an keine Lebens- oder Rentenversicherung gekoppelt. Vorteil dieser Variante ist: Der Kunde hat größeren Entscheidungsspielraum über die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente. Auch Gutverdiener können sich mit einem solchen Vertrag so absichern, dass im Krankheitsfall ihr bisheriger Lebensstandard gesichert ist. Allen getesteten Angeboten gemeinsam ist, dass Versicherte dann Rente beziehen, wenn sie ihre ausgeführte berufliche Tätigkeit zu 50 Prozent nicht mehr ausüben können.

Abteilungsleiter muss nicht den Pförtner machen

Wichtiger als der Preis sind die Bedingungen einer Berufsunfähigkeitspolice. Sie fließen deshalb mit einem Gewicht von 70 Prozent in das Test-Urteil ein. Unter den Bedingungen ist das primäre Kriterium: Der Verzicht des Versicherers auf die abstrakte Verweisung. Das heißt, Kunden, die ihren Job wegen Krankheit nicht mehr ausüben können, dürfen vom Versicherer nicht in einen anderen Beruf verwiesen werden. Beim Abschluss eines Vertrags sollten Verbraucher auch auf eine mögliche Nachversicherungsgarantie achten. Dann können sie in wichtigen Stationen des Lebens wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Erwerb von Wohnungseigentum ohne erneute Gesundheitsprüfung den Schutz erhöhen. Auch diese Bedingung haben die Tester neben neun weiteren beurteilt.

Kombiverträge manchmal preiswerter

Wer mit seinem Berufsunfähigkeitsschutz auch seine Familie und Angehörige für den Fall des eigenen Todes absichern möchte, sollte eine Police mit Risikolebensversicherung wählen. Finanztest hat die Versicherer zusätzlich gebeten, ihre günstigsten Kombinationsverträge mit 2 000 Euro Berufsunfähigkeitsrente bis 65 Jahre für 30-jährige Diplomkaufmänner herauszusuchen. Herausgekommen sind Angebote mit sehr unterschiedlicher Todesfallleistung. Alle Tarife, die den Modell-Mann netto unter 900 Euro Jahresbeitrag kosten, haben die Tester bewertet und das jeweilige Angebot für die Frau ergänzt. Am besten schnitten die Tarife der Huk-Coburg und ihrer nur im Internet tätigen Tochtergesellschaft Huk24 ab. Beide Angebote waren zudem geringfügig besser als der beste Einzelvertrag der Volksfürsorge. Die Tabelle mit den Kombinationstarifen ist in der vollständigen Testfassung enthalten.

Checkliste: Berufsunfähigkeitsversicherung

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