Selten Vertrag nach Psychotherapie

Interessenten an gutem ­Berufsunfähigkeitsschutz, die einmal psychische Probleme hatten, werden von Versicherern kaum akzeptiert.

Kerngesunde sind Berufsunfähigkeitsversicherern willkommener als Kranke. Sehr häufig bekamen in unseren Leserumfragen Interessenten keinen Vertrag, die im Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung psychische Probleme angaben. Zwei Interessenten, die bis vor kurzem psychotherapeutisch behandelt wurden, haben wir begleitet. Ergebnis: Meist wurden sie nach Absenden eines ausgefüllten Antrags abgelehnt. Viele Versicherer boten andere Verträge an, aber keinen Berufsunfähigkeitsschutz. Wiederholt drangen Vermittler darauf, die psychischen Probleme im Antrag wegzulassen. Das ist fahrlässig.

Einige Unternehmen empfahlen, in zwei Jahren wiederzukommen. Ein Vermittler erklärte, alle Versicherer verwendeten eine von Rückversicherern erstellte „Rote Liste“. Danach müssten psychische ­Erkrankungen fünf Jahre zurückliegen, damit überhaupt ein Vertrag infrage ­käme. Oft könne ein Antrag aber schon früher noch einmal geprüft werden.

Tipp: Kunden mit vormals psychischen Problemen sollten fragen, ob ein Vertrag mit befristetem Ausschluss möglich ist.

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