Berufsunfähigkeits­versicherung Test

Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist wichtig. Denn wer nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, braucht finanzielle Mittel, um seinen Lebensstandard trotzdem aufrechtzuerhalten. Je früher sich Versicherte um den Schutz kümmern, desto einfacher finden sie einen passenden und günstigen Tarif. Besonders oft bieten die Versicherer kombinierte Verträge mit einer Risiko­lebens­versicherung an. Dann erhält der Versicherte bei Berufs­unfähigkeit eine Rente. Stirbt er, bekommen seine Angehörigen eine vorher vereinbarte Todes­fall­summe. Finanztest hat 91 dieser Tarife untersucht und sagt, wo Versicherte eine gute Absicherung erhalten und was sie bei der Auswahl beachten sollten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Berufsunfähigkeitsversicherung

Versicherungsdauer

Zum ersten Mal hat Finanztest bewertet, wie lange die Verträge der Kunden bei den einzelnen Versicherern laufen. Optimal sind Verträge, die bis zum 67 Lebensjahr des Kunden laufen. Nach heutigem Stand soll es dann künftig die volle Rente geben. Allerdings: Je länger der Versicherungsvertrag läuft, desto teurer ist der Tarif. Vor dem 65 Lebensjahr sollte der Vertrag nach Möglichkeit nicht enden, auch wenn er dann günstiger zu haben ist. Versicherte müssten sonst zu viele Jahre mit anderen finanziellen Mitteln überbrücken, bis sie Rente bekommen. Wer aufgrund von Krankheit oder eines Berufs, der von den Versicherern als riskant eingestuft wurde, keine lange Laufzeit bekommt, sollte hartnäckig bleiben und bei vielen Anbietern nachfragen. Die meisten Betroffenen finden irgendwann ein akzeptables Angebot.

Früh abschließen

Versicherte sollten sich möglichst rechtzeitig um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bemühen. Grund: Junge Menschen erhalten attraktivere und auch günstigere Angebote. Sie müssen im Allgemeinen keine Risikozuschläge zahlen. Zudem sind in ihrem Tarif meist keine Krankheiten vom Schutz ausgenommen. Nachteil für Auszubildende oder Studenten: In den ersten Jahren ist der Schutz oft eingeschränkt. Nur wenn sie in keinem Beruf mehr arbeiten können, erhalten Azubis und Studenten die vereinbarte Rente.

Verschiedene Berufsgruppen

Die Versicherer teilen ihre Kunden in verschiedene Berufsgruppen ein. Am günstigsten sind die Tarife für Akademiker mit sehr geringer körperlicher Belastung. Dazu gehören Notare, Steuerberater oder Ärzte. Für Bürokaufleute, Verkäufer oder Techniker wird es meist schon etwas teurer. Am meisten zahlen jedoch Menschen, die viel körperlich arbeiten. Das sind beispielsweise Künstler, Maurer, Gastwirte oder Altenpfleger. Sie haben es ohnehin schwer, den Vertrag nach ihren Wünschen zu gestalten - also beispielsweise eine lange Laufzeit festzulegen.

Richtige Rentenhöhe

Die Rente bei Berufsunfähigkeit muss in etwa die Kosten für den gewohnten Lebensstandard decken. Daher sollte sie ungefähr dem aktuellen Nettogehalt entsprechen. Wer kein Arbeitseinkommen hat, weil er für Haushalt und Kinderbetreuung zuständig ist, muss anders kalkulieren: Hier sind die Kosten entscheidend, die notwendig sind, wenn eine dritte Person die häuslichen Aufgaben übernimmt. Der Vertrag sollte eine Nachversicherungsgarantie enthalten: Dann kann der Versicherte die anfangs vereinbarte Rente bei bestimmten Anlässen zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken. Das kann etwa bei Heirat und der Geburt von Kindern sinnvoll sein, aber auch wenn der Kunde deutlich mehr verdient als bei Vertragsabschluss. Bei einer höheren vereinbarten Rente steigt natürlich auch der Beitrag.

Überschussbeteiligung

Die Versicherer legen den Teil der Beitragszahlungen, den sie nicht für die Kostendeckung verwenden, am Kapitalmarkt an. Entstehen dabei Überschüsse, fließen diese später auch an die Kunden. Überschüsse fallen aber auch dann an, wenn weniger Versicherte als vermutet ihre Leistungen in Anspruch nehmen und die Verwaltungskosten geringer als geplant ausfallen. Für die Überschussbeteiligung gibt es verschiedene Methoden, die Kunden zu Vertragsbeginn wählen müssen. Am geläufigsten ist die Beitragsverrechnung. Dabei werden die Überschüsse dem Kunden jährlich direkt für seinen Beitrag gutgeschrieben. Kalkuliert der Versicherer gut, bleiben die Beiträge während der gesamten Laufzeit weitgehend stabil. Kunden zahlen dann immer den Nettobeitrag. Gibt es weniger oder gar keine Überschüsse, zahlen Versicherte maximal den Bruttobeitrag (Nettobeitrag ohne den gutgeschriebenen kalkulierten Überschussanteil). Die Höhe der Rente bei Berufsunfähigkeit ist fest vereinbart. Nicht so empfehlenswert ist das Bonussystem. Der Versicherer legt dann auch die Überschüsse an. Aus diesem Geld fließt eine Zusatzrente, wenn der Kunde berufsunfähig wird. Nachteil dieser Methode der Überschussrechnung: Die Rentenhöhe bei einer Berufsunfähigkeit steht nicht fest. Denn es ist unsicher, wie hoch die Überschüsse bis dahin ausfallen.

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