Berufsunfähigkeitsversicherung Meldung

Ein Berufsunfähigkeitsversicherer kann einem Metzger nicht die Rente verweigern und ihn auf einen kaufmännischen Beruf verweisen, bloß weil er sich einmal vier Monate lang um die Auflösung einer Fleischerei kümmern musste. So urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Az. 20 U 171/05).

Ein angestellter Fleischermeister hatte nach der Pleite der Metzgerei die Abwicklung des Betriebs übernommen. In dieser Zeit arbeitete er überwiegend kaufmännisch. Kurz nach der Auflösung wurde er berufsunfähig und konnte nicht mehr als Fleischer arbeiten.

Sein Versicherer wollte nicht zahlen. Der Metzger habe schließlich kaufmännisch gearbeitet und könne doch jetzt eine organisatorische oder kaufmännische Tätigkeit ausüben. Das ließ das Gericht nicht gelten. Wenn sich die Tätigkeit während der Schließung eines Betriebs kurzzeitig verlagere, könne der Versicherer daraus nicht eine Änderung des Berufs ableiten. Die vom Versicherer angeführten Jobs gingen an der Realität vorbei.

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