Verweist ein Versicherer einen berufsunfähigen Kunden auf eine vergleichbare Tätigkeit, muss er nicht prüfen, ob dieser Chancen hat, auch eine Stelle zu finden. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz im Fall eines dauerhaft erkrankten Monteurs von Sonnenschutzanlagen entschieden (Az. 10 U 1198/04).

Der Versicherer hatte seinem Kunde keine Rente gezahlt und darauf verwiesen, dieser könne künftig als Fach- oder Verkaufsberater für Sonnenschutzanlagen arbeiten.

Die Frage nach den Jobchancen bewertete das Gericht als unerheblich: Die Arbeitsmarktlage müsse unberücksichtigt bleiben, solange es die vom Versicherer genannte Tätigkeit überhaupt und nicht nur in unbedeutendem Umfang gebe.

Tipp: Besser geht es Versicherten mit einem Vertrag, bei dem der Versicherer auf die „abstrakte Verweisung“ verzichtet. Dann kann er die Rente nicht mit der Begründung verweigern, der Kunde könne theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten.

Dieser Artikel ist hilfreich. 57 Nutzer finden das hilfreich.