Berufs­unfähigkeits­versicherung Ist an dem „Tatort“-Fall was dran?

In einer Folge der Fernsehsendung „Tatort“ verweigerte eine Versicherungs­firma den Kunden systematisch die Leistungen aus einer Berufs­unfähigkeits­police. Ein Finanztest-Leser fragt: „Ist da was dran?“

In zwei von drei Fällen geht es ohne Rechts­streit

In der Sendung ging es um einen fiktiven Versicherer. Der darin vermittelte Eindruck stimmt in diesem Ausmaß nicht für die ganze Branche. In Wirk­lich­keit bekommen etwa 70 Prozent der Antrag­steller ihre vereinbarte Rente ohne Rechts­streit. Das belegen Statistiken, unter anderen vom Gesamt­verband der Versicherungs­wirt­schaft.

Leistungs­antrag richtig ausfüllen

Finanztest hat anhand von zahlreichen Fällen das Regulierungs­verhalten der Unternehmen untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Versicherte unterschätzen, wie wichtig es ist, den Leistungs­antrag auf eine Rente richtig auszufüllen. Es ist sinn­voll, sich schon beim Antrag recht­lich beraten zu lassen. Wann Versicherer wirk­lich zahlen, ist ausführ­lich in unserem Special Rente bei Berufsunfähigkeit, Finanztest 6/2017, erläutert.

Tipp: Unser großer Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung bündelt alle Tests und Infos zum Thema Invaliditäts­schutz. Darunter fallen neben Berufs­unfähigkeits-Policen auch alternative Versicherungs­arten wie Erwerbs­unfähigkeits­versicherung, Grund­fähig­keits­versicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 12.12.2017 um 14:09 Uhr
Leistungsantrag/Rechtsstreit

@Gerd_Kemnitz: Uns geht es in dieser Meldung und im Special auch darum, auf die Bedeutung des Leistungsantrags hinzuweisen. Dabei sollten sich Versicherte professionellen Rat einholen, der einen Rechtsstreit oft erst gar nicht entstehen lässt. Details und Hintergründe entnehmen Sie bitte dem Special:
www.test.de/Rente-bei-Berufsunfaehigkeit-Wann-Versicherer-wirklich-zahlen-5179611-0/
Wir haben im Vorfeld dazu 143 Gerichtsurteile analysiert. In 50 % der Fälle erhielten die Versicherten Ihre Rente doch noch nach Gerichtsentscheid. (TK)

Gerd_Kemnitz am 12.12.2017 um 12:32 Uhr
Und was ist mit den anderen 30 Prozent?

Die Aussage "In Wirk­lich­keit bekommen etwa 70 Prozent der Antrag­steller ihre vereinbarte Rente ohne Rechts­streit." suggeriert, dass die anderen 30 Prozent die vereinbarte Rente erst nach einem Rechtsstreit bekämen.
Haben Sie dies wirklich so gemeint? Oder bekommt ein großer Teil dieser 30 Prozent keine Leistungen, weil entweder keine Berufsunfähigkeit vorliegt oder die vorvertragliche Anzeigepflicht (z.B. Falschbeantwortung der Antragsfragen zur Gesundheit) verletzt wurde?