Eine unangenehme Überraschung erlebten viele unserer Leser, die nach dem sehr guten Abschneiden der Hannoverschen Lebensversicherung dort eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollten. Ergänzten sie die Gesundheitsfragen auf dem Versicherungsantrag durch die von Finanztest empfohlene Klausel, bearbeitete die Hannoversche Leben den Antrag nicht.

Finanztest empfiehlt, dem Versicherungsantrag folgende Erklärung hinzuzufügen: "Alle im Antrag gemachten Angaben habe ich als medizinischer Laie nach bestem Wissen und Gewissen getätigt. Auf die Angabe kurzzeitiger, jahreszeitlich bedingter Grippeerkrankungen oder gelegentlichen Unwohlseins habe ich, da nicht chronisch, verzichtet und nur diejenigen Erkrankungen angegeben, die nach meiner Erinnerung einer Behandlung durch einen Arzt bedurften. Für weiter gehende Fragen wenden Sie sich bitte an meinen Hausarzt."

Claudia und Andreas K. berichteten, ihnen sei telefonisch mitgeteilt worden, alle Anträge mit diesem Zusatz lägen "bis auf weiteres auf Eis". Andere erhielten ein Anschreiben, in dem sie aufgefordert wurden, den Vorbehalt zurückzunehmen. Sonst könne der Antrag nicht weiter bearbeitet werden.

Auf Nachfrage der Finanztest-Redaktion änderte die Hannoversche Leben ihren Standpunkt etwas. Zwar legt die Versicherung Wert darauf, dass die Kunden genau über alle Krankheiten der letzten fünf Jahre Auskunft geben. Doch erklärte sie sich jetzt bereit, Anträge weiter zu bearbeiten, wenn jemand auch nach Erhalt zusätzlicher Hinweise zu den Gesundheitsfragen bei seiner ersten Version des Antrags ­ mit Zusatzklausel ­ bleibe.

Das Ehepaar K. hat inzwischen die gewünschten Policen. Ein anderer Finanztest-Leser hingegen war über das Benehmen der Hannoverschen Leben so verärgert, dass er sich jetzt bei einer anderen Gesellschaft gegen Berufsunfähigkeit versichert.

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