Berufsunfähigkeitsversicherung Meldung

Ein Fischer, der zum Kaufmann umschult, verliert seine Berufsunfähigkeitsrente nicht.

Ein Versicherer darf einen Kunden mit Berufsunfähigkeitsversicherung bei Rentenbeginn keine Zusatzklauseln unterschreiben lassen, ohne ihn über die gravierenden Folgen aufzuklären. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab einem Krabbenfischer recht, der aufgrund einer nachträglichen Klausel seine Rente eingebüßt hatte (Az. IV ZR 244/03).

Der Fischer konnte wegen eines Bandscheibenvorfalls seinen Beruf nicht mehr ausüben und erhielt zunächst eine Berufsunfähigkeitsrente. Bevor die Plus Lebensversicherung jedoch die Rente zahlte, hatte sie den Kunden eine zusätzliche Vereinbarung unterschreiben lassen: Die Rente sollte zwei Jahre gezahlt, danach aber die Berufsunfähigkeit erneut überprüft werden. Die Plus legte fest, dass künftig erworbene berufliche Fähigkeiten dabei berücksichtigt werden.

Um einem Streit aus dem Weg zu gehen, ließ sich der Versicherte darauf ein, ohne die Konsequenzen zu überblicken. Nachdem er eine neue Ausbildung als Kaufmann abgeschlossen und in einem Fischgeschäft eine Stelle gefunden hatte, stellte der Versicherer die Zahlung ein. Zu Unrecht, urteilte der BGH. Erst durch die Zusatzvereinbarung habe der Versicherer die Rente stoppen können, als der ehemalige Fischer einen Job als Kaufmann fand. Diese „gravierende Einschränkung“ habe der Versicherer nicht offengelegt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 419 Nutzer finden das hilfreich.