Berufsunfähigkeits­versicherung Test

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte jeder haben. Wer nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, braucht finanzielle Mittel, um seinen Lebensstandard trotzdem aufrecht zu erhalten. Wer jung ist, hat gute Chancen einen passenden Vertrag zu finden. Mit zunehmendem Alter oder bei bestimmten Erkrankungen wird es schwieriger, den passenden Schutz zu bekommen. Finanztest hat 91 Angebote für eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit kombinierter Risikolebensversicherung getestet, sagt, wo es gute Angebote gibt und was vor Vertragsabschluss zu beachten ist.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Berufsunfähigkeitsversicherung

Kombi-Police üblich

Finanztest hat Policen für Berufsunfähigkeitszusatz-Versicherungen getestet, die mit einer Risikolebensversicherung kombiniert sind. Der Versicherte erhält dann im Falle der Berufsunfähigkeit eine Rente und die Angehörigen nach seinem Tod eine vorher festgelegte Summe. Diese Kombi-Police ist die übliche Variante. Es ist aber auch möglich, eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese kann preiswerter sein als das Kombi-Produkt. Sie ist vor allem für Antragsteller geeignet, die keine Familie versorgen müssen.

Verschiedene Berufsgruppen

Im Test kostet die Kombi-Police zwischen 430 und 1 650 Euro im Jahr. Die Antragsteller im Finanztest-Modellfall sind 30 Jahre alt und würden die Rente von 1 000 Euro monatlich bis zum 65. Geburtstag bekommen. Die Todesfallsumme beträgt 50 000 Euro. Die Modellkunden sind Bürokaufleute und Industriemechaniker. Versicherer teilen die Antragsteller in Berufsgruppen mit je unterschiedlich hohem Risiko ein. Neben dem Alter ist dies ein wichtiges Kriterium für die Höhe des Beitrags. Akademiker mit Schreibtischjob zahlen meist am wenigsten. Wer sich dagegen in seinem Beruf stark körperlich anstrengen muss, zahlt die höchsten Beiträge.

Bedingungen wichtig

Wichtiger als der Preis sind allerdings die Versicherungsbedingungen. Diese entscheiden darüber, ob und wann ein Versicherer im Ernstfall zahlt. Besonders wichtig: Ein Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Damit sagt ein Versicherer seinen Kunden unabhängig vom Alter zu, dass er die Rentenzahlungen nicht mit der Begründung ablehnt, der Kunde könne trotz der gesundheitlichen Beschwerden noch in einem anderen Beruf arbeiten. Grundsätzlich sollten Antragsteller darauf achten, dass der zuletzt ausgeübte Beruf Maßstab ist, wenn die Berufsunfähigkeit geprüft wird. Gut ist es auch, wenn Versicherer bei Meldung einer Berufsunfähigkeit rückwirkend zahlen. Einige tun dies bis zu drei Jahren.

Wahrheitsgemäß antworten

In den Anträgen müssen Antragsteller auch Fragen zu ihrem Gesundheitszustand beantworten. Diese sollte jeder wahrheitsgemäß beantworten. Sonst kann der Versicherer die Zahlungen verweigern. Gut schnitten Angebote ab, die bei ambulanten Behandlungen maximal Angaben für die letzten fünf Jahre und bei stationären maximal Angaben für die letzten zehn Jahre verlangt haben. Ebenfalls gut: Wenn Antragsteller nur Krankheiten angeben müssen, die ärztlich behandelt wurden.

Laufzeit verändern

Mit einer kürzeren Laufzeit können Versicherte Geld sparen. So können Antragsteller etwa vereinbaren, dass die Laufzeit bereits mit dem 60. Lebensjahr endet. Das ist aber nur sinnvoll, wenn Versicherte bis dahin ein Finanzpolster aufgebaut haben, auf das sie zurückgreifen können. Nachteil: Wer schon in jungen Jahren berufsunfähig wird, kann kaum noch zusätzlich sparen und sich ein Polster aufbauen.

Komplett + Interaktiv: Alle Ergebnisse

Dieser Artikel ist hilfreich. 3276 Nutzer finden das hilfreich.