Im Ernstfall nur selten gesetzliche Rente

Der Schutz für den Invaliditätsfall ist in der gesetzlichen Rentenversicherung knapp.

Berufsunfähigkeitsschutz ist Privatangelegenheit. Denn in der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Absicherung für Berufsunfähigkeit für alle, die ab dem 2. Januar 1961 geboren wurden, im Jahr 2001 abgeschafft worden.

Sie erhalten nur noch Leistungen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen gar keine Erwerbstätigkeit mehr bewältigen können. Die Qualifikation des Einzelnen spielt keine Rolle mehr.

Ein Ingenieur dürfte also nicht einmal mehr in der Lage sein, als Telefonist oder Pförtner zu arbeiten, um einen Anspruch auf Leistungen zu haben. Nur ältere Versicherte können noch eine Rente bekommen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen lediglich in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können.

Die gesetzliche Rente bei Invalidität heißt heute „Erwerbsminderungsrente“. Unterschieden wird zwischen halber und voller Erwerbsminderung. Den vollen Rentenanspruch haben Versicherte nur, wenn sie weniger als drei Stunden täglich erwerbstätig sein können. Bei einer Erwerbsfähigkeit zwischen drei und unter sechs Stunden haben sie nur Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente.

So viel kann es geben

Ein Arbeitnehmer, der mit 20 Jahren in den Beruf eingetreten ist und als rentenversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen immer das Durchschnittsgehalt ­erzielt hat (aktuell knapp 30 000 Euro jährlich), bekäme eine volle Erwerbsminderungsrente von 1 045 Euro (alte Bundesländer) monatlich, wenn der Ernstfall vor seinem 60. Geburtstag einträte. Diese Rente bekäme er auch schon, wenn er sehr früh, beispielsweise mit 26 oder 27 Jahren, dauerhaft voll erwerbsgemindert würde und bliebe.

Hätte er durchgängig 70 Prozent des Durchschnittsgehalts erzielt, aktuell also etwa 21 000 Euro brutto jährlich oder 1 750 Euro monatlich, bekäme er 732 Euro Erwerbsminderungsrente, bei 130 Prozent wären es 1 359 Euro.

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