Unser Rat

Meldung. Melden Sie einen schweren ­Unfall oder eine sehr lange Erkrankung vorsorglich Ihrem Berufsunfähigkeitsversicherer und dem Rentenversicherungsträger. Damit steht das Datum fest, ab dem Leistungen fällig sind, falls später eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit folgt. Das ist wichtig, wenn rückwirkend gezahlt wird. Die Meldung kann formlos per Telefon, Fax, E-Mail oder Post erfolgen. Auch Angehörige oder Freunde können das erledigen.

Beruf. Geben Sie in der Nachricht an den Versicherer Ihren zuletzt ausgeübten Beruf an, weil teilweise je nach Beruf verschiedene Fragebögen verwendet werden.

Unterlagen. Meist schicken die Versicherungsunternehmen ihren Kunden nach der Meldung einer möglichen Berufsunfähigkeit eine Liste über Unterlagen, die einzureichen sind. Fragen Sie telefonisch nach, wenn Sie eine Anforderung nicht verstehen, bevor Sie sich viel Arbeit machen und das Falsche hinschicken. Lassen Sie sich nicht von einem vielleicht strikten Ton abschrecken, sondern bemühen Sie sich, alle Unterlagen vollständig zusammenzustellen. Unterschreiben Sie, wenn Ihr Versicherer Sie auffordert, einen Arzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden.

Tätigkeitsbild. Erstellen Sie eine Liste Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeiten. Bemühen Sie sich um Verteilung aller Aufgaben auf Ihre tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit. Machen Sie eine grobe Sammlung, wenn Sie nicht weiterkommen.

Ärzte. Sprechen Sie mit Ihren Ärzten über Ihre gesundheitliche Lage und Perspektive. Informieren Sie sie über die Anforderungen in Ihrem Beruf und die von Ihnen empfundenen Grenzen der Belastbarkeit.

Beratung. Wenn Sie mit dem Ausfüllen der Fragebögen oder der Zusammenstellung der Unterlagen nicht weiterkommen, können Sie sich von einer Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe helfen lassen. Vereinbaren Sie frühzeitig einen Beratungstermin.

Nachfragen. Vergehen nach dem Einreichen der Unterlagen beim Versicherer Wochen oder sogar Monate, fragen Sie nach, woran das liegt. Vielleicht fehlt ein ärztliches Gutachten. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls bei den zuständigen Ärzten.

Ablehnung. Wird Ihr Leistungsantrag ab­gelehnt, legen Sie Widerspruch ein. Fragen Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale nach, ob dort Beratung im Schadensfall angeboten wird. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung mit eingeschlossenem Vertragsrechtsschutz, können Sie auch einen Anwalt konsultieren. Die Verbraucherzentralen haben eine Liste mit Adressen spezia­lisierter Anwälte in Ihrer Region.

Abfindung. Bietet Ihnen Ihr Versicherer statt einer Berufsunfähigkeitsrente eine Einmalzahlung als Abfindung an, lassen Sie sich unbedingt beraten. In Ausnahmefällen kann eine solche Einmalzahlung auch für den Betroffenen sinnvoll sein, zumindest, wenn dadurch ein langwieriges Gerichtsverfahren verhindert wird.

Nachprüfung. Zahlt Ihr Versicherer die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente, stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr Unternehmen in Abständen ärztlich prüfen lässt, ob Sie weiterhin berufsunfähig sind.

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