Empfänger einer privaten Berufsunfähigkeitsrente, die sich freiwillig beruflich weiterbilden oder umschulen lassen, riskieren nicht, dass ihnen ihre Rente gestrichen wird. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) klar gestellt (Az. IV ZR 155/98).

Im verhandelten Fall ging es um einen berufsunfähigen Schlosser, der eine Meisterprüfung im Kfz-Handwerk ablegte, während er eine private Berufsunfähigkeitsrente bezog. Als er seine Versicherungsgesellschaft darüber informierte, stellte sie die monatlichen Zahlungen ein, obwohl der Mann in seinem neuen Beruf wegen seines schlechten Gesundheitszustands keinen Job fand.

Der BGH hob hervor, dass eine Berufsunfähigkeitsrente weiterzuzahlen sei, solange sich der Gesundheitszustand des Versicherten nicht erheblich bessere. Eine freiwillige berufliche Neuorientierung und Weiterqualifizierung dürfe sich nicht nachteilig für ihn auswirken. Ausnahme: Ein Berufsunfähiger finde eine Anstellung in einem vergleichbaren Beruf oder bemühe sich nachweislich nicht in zumutbarer Weise darum.

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