Grund­fähig­keits­versicherung

Kurz erklärt

Eine Grund­fähig­keits­versicherung zahlt, wenn ein Versicherter aufgrund von Krankheit, Verletzung oder Kräfte­verfall für mindestens zwölf Monate eine oder mehrere Fähig­keiten verliert. Zu den Fähig­keiten gehören zum Beispiel Sprechen, Hören, Sehen, Treppen­steigen, Arme-und-Hände-Gebrauchen oder Auto­fahren. Der Versicherer zahlt meist auch ab einem bestimmten Pfle­gegrad oder bei Verlust geistiger Leistungs­fähig­keit, zum Beispiel des Orientierungs­vermögens, oder der Fähig­keit zur selbst­ständigen Lebens­führung.

Wer braucht sie?

Wer aufgrund seiner Berufs­gruppe keinen bezahl­baren Berufs­unfähigkeits- oder Erwerbs­unfähigkeits­schutz bekommt.

Was zahlt sie?

Eine monatliche Rente maximal bis zum fest­gelegten Alter, solange der Versicherte die Voraus­setzungen für den Leistungs­bezug erfüllt.

Vorteile

Keine Prüfung, ob der Versicherte arbeits­fähig ist. Auch bei Pflegebedürftig­keit ab Stufe II oder III gibt es häufig Geld, unabhängig davon, ob der Versicherte Fähig­keiten verloren hat.

Nachteile

Die Voraus­setzungen, eine Rente zu erhalten, sind hoch. Der Versicherer zahlt nur bei Verlust der im Vertrag definierten Fähig­keit. Meist verlangt er, dass der Versicherte diese Fähig­keit voraus­sicht­lich für ein Jahr und voll­ständig einge­büßt hat. Außerdem sind psychische Erkrankungen nicht vom Schutz umfasst. Ausnahme: Bei Swiss Life im Premium Tarif sind Schizophrenie und schwere Depression versichert. Der Versicherer zahlt aber frühestens nach einer Warte­zeit von drei Jahren.

Wichtig

Je nach Versicherer kann die Formulierung „Hände gebrauchen“, „Verlust selbst­ständiger Lebens­führung“ oder „geistiger Leistungs­fähig­keit“ etwas Unterschiedliches bedeuten. Wer ein Kriterium sehr verbraucherfreundlich formuliert, kann ein anderes deutlich schlechter formulieren. Erst im konkreten Leistungs­fall zeigt sich, ob die Definition greift.

Kann der Beitrag steigen?

Ja. Siehe Berufsunfähigkeitsversicherung. Nur Canada Life garan­tiert den Beitrag.

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