Eine Berufsunfähigkeitsrente muss weiter gezahlt werden, wenn ein Versicherter nach einer Umschulung in einem neuen Beruf arbeiten kann. Das hat das Oberlandesgericht Köln (Az. 5 U 87/99) entschieden.

In dem Fall hatte sich eine Köchin, die in ihrem erlernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbei­ten konnte, zur Hotelbetriebswirtin um­schulen lassen. Als sie in ihrem neuen Beruf vorübergehend Arbeit fand, stellte die Versicherungsgesellschaft, die ihr bis dahin eine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt hatte, die Zahlung ein. Das durfte das Unternehmen nicht, befanden die Richter des Oberlandesgerichts Köln.

Versicherte haben Anspruch auf Rente aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn sie wegen Krankheit nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten oder einer vergleichbaren Tätigkeit nachgehen können.

Die Kölner Richter stellten jetzt klar: Bei der Frage, auf welche vergleichbaren Tätigkeiten der Versicherer den Kunden verweisen darf, kommt es ausschließlich auf die Qualifikationen an, die jemand zu dem Zeitpunkt hatte, als er berufsunfähig wurde. Später erworbene Kennt­nisse etwa durch eine Umschulung spielen dabei keine Rolle.

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