Macht ein Kunde im Versicherungsantrag absichtlich falsche Angaben, muss seine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlen. Das gilt sogar, wenn die Arbeitsunfähigkeit nichts mit den verschwiegenen Krankheiten zu tun hat.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat so im Fall einer Frau entschieden, die Krankheiten wie einen Herzklappenfehler, erhöhte Cholesterinwerte und psychische Probleme verschwiegen hatte. Bei der Arbeit stürzte sie und wurde arbeitsunfähig. Die Versicherung zahlte aber keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern trat vom Vertrag zurück. Sie meinte, die Frau habe sie arglistig getäuscht.

So sah das auch das Gericht: Hätte der Versicherer gleich von den Krankheiten gewusst, hätte die Frau keinen Vertrag oder nur einen mit Einschränkungen oder Risikozuschlägen bekommen (Az. 12 U 391/04).

Tipp: Ärger kann es bereits geben, wenn Sie Erkrankungen vergessen haben. Wollen Sie sichergehen, sollten Sie diese nachmelden. Es kann dann aber sein, dass Sie höhere Beiträge oder einen Leistungsausschluss in Kauf nehmen müssen.

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