Wenn eine Kundin eine frühere Krankheit im Versicherungsantrag nicht angibt, verliert sie deshalb nicht zwangsläufig den Versicherungsschutz. Dies entschied das Oberlandesgericht Saarbrücken (Az. 5 U 736/03-71). Die Frau war, zwei Jahre bevor sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hatte, mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig gewesen. Die Diagnose: Erschöpfungszustände nach Streitigkeiten mit dem Chef. Dies hatte sie im Antrag nicht angegeben.

Der Versicherer fühlte sich arglistig getäuscht. Er lehnte es ab, der Kundin, die zehn Monate nach Versicherungsabschluss an Brustkrebs erkrankte und berufsunfähig wurde, eine Rente zu zahlen. Das Gericht sprach ihr jedoch die Rente zu. Denn die ­Versicherte habe vor Gericht glaubwürdig erklärt, dass ihre Erschöpfungszustände eine einmalige Sache gewesen seien. Nachdem sie ihren Arbeitsplatz gewechselt hatte, seien die Erschöpfungszustände nie wieder aufgetaucht. Deshalb musste sie dies im Versicherungsantrag nicht angeben, so die Richter.

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