Stellt sich nachträglich heraus, dass eine Kundin ohne ihr Wissen berufsunfähig war, als sie ihre Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei stellen ließ, gilt ihr Schutz in voller Höhe. Der Versicherer muss die vereinbarte Rente zahlen, solange sie berufsunfähig ist oder bis der Vertrag regulär abläuft. Das entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az. 12 U 11/07). Der Versicherer hatte die Rente nur bis zu dem Zeitpunkt an die Klägerin gezahlt, ab dem sie die Beitragsfreistellung verabredet hatte. Das Gericht verfügte die Fortsetzung der Zahlung. In den Bedingungen stehe klar, dass der Versicherer leisten müsse, wenn der Ernstfall in einer Zeit eintritt, in der die Kundin Beitrag gezahlt hat. Die Leistungspflicht ende nicht durch Beitragsfreistellung.

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