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Verdachtsmeldung. Wenn Ihr Arzt bei Ihnen keine Berufskrankheit vermutet und er Sie deshalb bei der Berufsgenossenschaft nicht melden möchte, können Sie Ihren Verdacht auch selbst anzeigen. Die Genossenschaft muss Ihrer Meldung nachgehen. Günstiger ist es allerdings, wenn Sie einen Arzt finden, der die Anzeige medizinisch begründet.

Zuständigkeit. Welche Berufsgenossenschaft für Sie zuständig ist, erfahren Sie von Ihrem Arbeitgeber, dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft.

Eigeninitiative. Recherchieren Sie auch selbst. Es geht um Ihr Geld. Ohne ausreichende Beweise erhalten Sie keine Leistungen.

Frühe Recherche. Beginnen Sie mit der Recherche möglichst, solange Sie noch an Ihrem Arbeitsplatz sind. Schreiben Sie sich die Namen und Inhaltsstoffe der Mittel auf, mit denen Sie zu tun haben. Notieren Sie, wie häufig Sie sie verwenden und in welchen Mengen. Schauen Sie sich bei Gefahrstoffen auch die Sicherheitsdatenblätter an.

Gemeinsam kämpfen. Sprechen Sie mit Kollegen, ob diese ähnliche Beschwerden haben. Tauschen Sie Ihre Erfahrungen mit der Berufsgenossenschaft aus und geben Sie sich Tipps. Möglicherweise ist es auch sinnvoll, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

Ortstermin. Begleiten Sie den Mitarbeiter des Technischen Aufsichtsdienstes bei seinem Betriebsrundgang und weisen Sie ihn auf wichtige Punkte hin. Beschreiben Sie ihm, unter welchen Bedingungen Sie normalerweise arbeiten.

Gutachten checken. Lassen Sie sich das Gutachten des Technischen Aufsichtsdienstes von der Genossenschaft zuschicken und lesen Sie es sorgfältig durch. Schreiben Sie der Genossenschaft, wenn wichtige Punkte fehlen oder Ihrer Ansicht nach falsch dargestellt wurden.

Medizinisches Gutachten. Fordern Sie auch das medizinische Gutachten an und prüfen Sie es. Ist es plausibel? Widerspricht sich der Gutachter? Fallen Ihnen Fehler auf?

Fristen. Versäumen Sie keine Fristen. Sie haben zum Beispiel einen Monat Zeit, um bei der Genossenschaft Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid einzureichen. Danach wird der Bescheid rechtskräftig.

Sozialgericht. Wenn die Berufsgenossenschaft die Zahlung einer Rente ablehnt, sollten Sie einen Experten nach Ihren Chancen vor dem Sozialgericht fragen. Sie können sich hierfür zum Beispiel an Abekra, einen Hilfs- und Lobbyverband für arbeits- und berufsbedingt Erkrankte wenden.

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