Berufskrankheit Meldung

Lackierereien und chemische Reinigungen arbeiten besonders viel mit giftigen Lösungsmitteln.

Hunderte von Menschen, die durch den Kontakt mit Lösungsmitteln am Arbeitsplatz an den Nerven erkrankt sind, haben nun eine neue Chance auf eine Berufskrankheitenrente. Denn das Bundessozialministerium hat das Merkblatt zur Berufskrankheit 1317 geändert.

Seit 1997 galt die Auffassung, Lösungsmittel könnten nicht Ursache einer Nervenerkrankung sein, wenn die Krankheitssymptome nach Ende des Kontakts mit den Chemikalien andauerten oder schlimmer wurden. Diese Klausel wurde im März 2005 aus dem Merkblatt gestrichen.

Das könnte für die Berufsgenossenschaften teuer werden. Zwischen 1997 und 2003 gingen rund 1 900 Verdachtsanzeigen bei ihnen ein. Nur in 70 Fällen gewährten sie eine Rente.

Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) hat angekündigt, alte strittige Verdachtsfälle neu aufzurollen. Betroffene müssen laut HVBG mit rund einem halben Jahr Bearbeitungszeit rechnen. Wer den Vorgang beschleunigen möchte, kann jederzeit bei seiner zuständigen Berufsgenossenschaft eine Überprüfung seines Falls beantragen.

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