Berufs­krankheit Bürolärm allein macht nicht schwerhörig

28.04.2016

Kollegen­gespräche, Kopierersurren, Telefon­geklingel – Büro­geräusche sind für viele Angestellte ein Stress­faktor. Eine berufs­bedingte Lärm­schwerhörig­keit lässt sich auf die konstante Beschallung aber nicht zurück­führen, urteilte das Landes­sozialge­richt Baden-Württem­berg (Az. L 6 U 4089/15). Der Kläger, ein 48-jähriger Ingenieur, konnte nicht nach­weisen, dass seine Tinnitus­erkrankung und leichte Hörminderung auf die Arbeit im Groß­raumbüro zurück­gehen. Er hatte erreichen wollen, dass die Berufs­genossenschaft die Beschwerden als Berufs­krankheit anerkennt. Messungen hatten eine Lärmbelastung zwischen 50 und 65 Dezibel an seinem Arbeits­platz ergeben. Die Richter sahen darin aber nicht die Ursache der Erkrankung. Eine Lärm­schwerhörig­keit könne nur bei einer hohen und lang währenden Belastung von mehr als 85 Dezibel entstehen.

28.04.2016
  • Mehr zum Thema

    Arbeits­unfall In diesen Fällen zahlt die Berufs­genossenschaft

    - Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall trägt die gesetzliche Unfall­versicherung die Kosten von Behand­lung, Reha oder Unfall­rente. Der Schutz im Home­office ist jetzt...

    Bei der Arbeit infiziert Wann gilt Corona als Berufs­krankheit?

    - Stecken sich Angestellte im Beruf mit dem Coronavirus an, kann das als Berufs­krankheit oder Arbeits­unfall gelten. Doch je nach Tätig­keit sind die Hürden hoch.

    Berufs­krankheiten Trauma eines Unfall­helfers nicht anerkannt

    - Ein Straßenwärter, der als Erst­helfer bei Unfällen auf der Auto­bahn tätig war, hat keinen Anspruch auf Leistungen seiner Berufs­genossenschaft, wenn er an einer...