Berufshaftpflicht für Lehrer Test

Lehrer leben am Rande des Ruins. Bei der Klassenfahrt mit 25 halbwüchsigen Energiebündeln, dem Schwimmunterricht mit Erstklässlern oder der Hofpause mit Hunderten tobender Kinder sind Unfälle mit tragischen Folgen möglich. Wenn etwas passiert, drohen Ersatzforderungen in unbegrenzter Höhe. Lehrer im öffentlichen Dienst haften zwar nur, wenn Sie grob fahrlässig handeln. Doch auch das kann schnell passieren. Freiberufliche Lehrer haften auch bei mittlerer Fahrlässigkeit. Der Schutz vor dem Haftungsrisiko ist allerdings günstig. Für wenige Euro zusätzlich lässt sich die Privathaftpflicht bei vielen Anbietern um den Schutz fürs Berufsleben ergänzen. Finanztest hat 42 Tarife von 34 Versicherern untersucht.

Lehrer in der Pflicht

Grob fahrlässiges Verhalten ist schnell erreicht. Besonders heikel ist die Aufsichtspflicht. Schon die Schüler ein paar Minuten aus den Augen zu lassen, kann zur Haftung führen. Unfallträchtig sind vor allem Klassenfahrten, Pausen und der Sportunterricht. Der Lehrer muss unter Umständen sogar Schäden ersetzen, die übermütige Schüler anrichten, während er gerade wegschaut.

Staat zahlt an Opfer

Wer durch das Verschulden von Lehrern im öffentlichen Dienst zu Schaden kommt, merkt nichts von der persönlichen Haftung. Zunächst springt stets der Staat ein. Er zahlt bei Verschulden seiner Bediensteten Schadenersatz - auch bei einfacher und leichter Fahrlässigkeit. Aber: Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit holt er sich das Geld beim Schuldigen zurück. Anders bei freiberuflich tätigen Lehrern: Sie müssen auch bei mittlerer Fahrlässigkeit zumindest für einen Teil des Schadens gerade stehen. Die Folge: Für sie ist der Schutz vor Haftpflichtschäden manchmal teurer.

Schutz von der Gewerkschaft

Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind immer versichert. Gruppenverträge mit dem Versicherer Zürich (Sachsen), der DBV Winterthur (Brandenburg) und der Volksfürsorge (alle übrigen Bundesländer) sorgen für Sicherheit im Haftungsfall. Gut ist der Schutz gegen Schadenersatzforderungen beim Verlust von Schlüsseln. Da können viele Versicherungsangebote nicht mithalten. Auch Unterricht im Ausland ist über die Gewerkschaft abgesichert. Knapp ist allerdings die Versicherungssumme: Zahlungen bei Personen- und Sachschäden sind auf pauschal zwei Millionen Euro begrenzt. Die sind schnell erreicht, wenn ein Kind bei einem Unfall schwer verletzt wird und bleibende Schäden davonträgt. Finanztest empfiehlt eine Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro.

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