Berufliche Werbungskosten Meldung

Die Finanzämter müssen berufliche Weiterbildung anerkennen – auch wenn sie an einem Urlaubsort stattfindet.

Die Kosten für Bildungsreisen darf das Finanzamt jetzt nicht mehr streichen, bloß weil neben der beruflichen Bildung auch Allgemeinbildung auf dem Programm steht. Für diese sensationelle Wende hat der Bundesfinanzhof (BFH) gesorgt. Steuerzahler können diese gemischten Kosten in private und berufliche Ausgaben aufteilen, entschieden die Finanzrichter in mehreren Urteilen.

Ein Arzt, der übers Wochenende ein Sportseminar am Gardasee besuchte, kann die Kurskosten für die sportmedizinische Weiterbildung als Werbungs­kosten absetzen. Von den 50 Kurs­stunden waren 25 sportmedizinische. Deshalb muss das Finanzamt die Hälfte der Seminarkosten anerkennen. Das sind für den Arzt immerhin rund 820 Euro Werbungskosten (BFH, Az. VI R 66/04).

Tipp: Wie die Kurskosten dürfen Sie auch die Fahrt- und Unterkunftskosten aufteilen. Als vorrangiger Maßstab der beruflichen und privaten Anteile dient der Zeitanteil. Bei der Rechnung zählen die reinen Reisetage nicht mit.

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