Berufliche Weiterbildung Special

Wer seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sichern will, sollte sich beizeiten weiterbilden. Doch mit der Entscheidung, etwas für das berufliche Fortkommen zu tun, fangen die Schwierigkeiten oft erst an: Wer weiß denn schon, welche Fähigkeiten zukünftig gefragt sein werden oder welche Qualifikationen zur eigenen Bildungsvita passen? Die Stiftung Warentest hat sich vier wirtschaftliche Bereiche genauer angesehen, beurteilt ihre Zukunftsaussichten und sagt, welche Qualifikationen dort gefragt sind.

Die Infos stammen aus dem test-Spezial Weiterbildung - Neue Chancen im Job der Stiftung Warentest. Das Sonderheft gibt über zukunftsträchtige Qualifikationen, Förder- und Beratungsmöglichkeiten für Berufstätige, Arbeitslose und Wiedereinsteigerinnen und einschlägige Kurse in der beruflichen Weiterbildung Auskunft. Die wirtschaftlichen Sparten, die unter die Lupe genommen werden, sind Gesundheit, Gewerbe und Technik, Informationstechnologie sowie das Geschehen im Umfeld kaufmännisch und betriebswirtschaftlich orientierter Berufe.

Wirtschaft: Anspruchsvoller Berufsalltag

Im letztgenannten Bereich, der Wirtschaft im Allgemeinen, sind zwei vorherrschende Trends auszumachen: ein zunehmend komplexer werdender Arbeitsalltag und die große Bedeutung betriebswirtschaftlicher (Zusatz-)Kenntnisse. Wie sehr diese Entwicklungen ganze Berufsfelder verändern können, zeigt das Beispiel der Sekretärin. Als so genannte Office-Mangerin mit organisatorischen, fachlichen und kommunikativen Fähigkeiten sowie weit gefassten Handlungskompetenzen hat ihr Berufsbild eine enorme Aufwertung erfahren. Aufgrund dieser Veränderungen ist Weiterbildung zu einem Muss geworden: Nicht umsonst erfahren die Kurse, die Arbeitstechniken (zum Beispiel Projektmanagement) oder betriebswirtschaftliches Wissen vermitteln, eine große Resonanz.

Gesundheit: Auf der Suche nach Pflegern

Als eine der zukunftsträchtigsten Wirtschaftssparten schlechthin gilt die Gesundheitsbranche - und tatsächlich tun sich dort neue Schnittstellen und Berufsfelder auf. So hat zum Beispiel die demografische Entwicklung der Gesellschaft neue Jobs im Pflegebereich mit sich gebracht und wird dies auch in Zukunft tun. Bereits heute fehlen dort 20 000 Arbeitskräfte - Pflegejobs sind ob der harten Arbeit und des bescheidenen Salärs nicht gerade wohlgelitten. Neue Chancen bringen auch die Entwicklungen mit sich, die Privatisierung, Outsourcing und Kostenreduktion in der Gesundheitsbranche angestoßen haben: Betriebswirtschaftliches Know-how oder IT-Kenntnisse verbessern angesichts elektronischer Krankenakten und privater ambulanter Pflegedienste die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.

Informationstechnologie: Hohe fachliche Hürden

Zukunft hat - glaubt man der Meinung der Arbeitsmarktexperten - auch wieder die Wirtschaftssparte der Informationstechnologie. Sie ist inzwischen zu einer echten Querschnittsbranche geworden, die sämtliche Bereiche des wirtschaftlichen Lebens durchdrungen hat. Die Folge: Ohne Zusatzwissen ist es selbst für Informatiker mit abgeschlossenem Studium schwer, einen Job zu bekommen. Besonders nachgefragt sind betriebswirtschaftliches und juristisches Rüstzeug, was die Stellung der universitären Bindestrichdisziplinen, zum Beispiel der Wirtschaftsinformatik, verbessert hat. Für Quereinsteiger ist es hingegen schwierig geworden, ihre Nische im Markt zu finden: Zu hoch sind inzwischen die fachlichen Hürden, als dass sie in wenigen Monaten oder gar Wochen zu bewältigen wären. Eine Weiterbildung im IT-Bereich ohne fundiertes technisches Wissen macht deshalb keinen Sinn mehr.

Gewerbe und Technik: Veränderte Berufsfelder

Der vielfach beschworene Trend zur Dienstleistung hat auch vor dem größten Berufsfeld der Wirtschaft nicht halt gemacht. So sind im Bereich Gewerbe und Technik neue Berufsfelder, Karrierestufen und Weiterbildungen entstanden, die berufliche Entwicklungsmöglichkeiten versprechen: Kfz-Servicetechniker zum Beispiel arbeiten an der Schnittstelle von Kundenberatung und Reparaturen und übernehmen Aufgaben, die einst dem Meister vorbehalten waren. Dieser ist inzwischen stärker in die Unternehmensführung, zum Beispiel in Organisation und Personalmanagement eingebunden. Die Wach- und Sicherheitsbranche geht sogar noch einen Schritt weiter und gibt ihrer gesamten Aus- und Weiterbildung eine neue Struktur, um zeitgemäße, anerkannte und vergleichbare Abschlüsse zu schaffen.

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