Berufliche Weiterbildung Meldung

Beamte und Angestellte nehmen am häufigsten an beruflicher Weiterbildung teil. Danach folgen die Selbstständigen und Facharbeiter.

Nur in bestimmten Fällen unterstützt der Staat private ­berufliche Weiterbildung. Wer nicht zum Kreis der ­Geförderten gehört, muss seinen Arbeitgeber mit guten ­Argumenten überzeugen.

Bildung ist teuer. Wer sich zum Beispiel zum Industriemeister fortbildet, muss dafür rund 4 200 Euro einplanen. Ein Lehrgang zum Geprüften Bilanzbuchhalter kostet etwa 2 300 Euro und selbst ein einwöchiger 40-stündiger Englischkurs innerhalb Deutschlands schlägt immer noch mit rund 280 Euro zu Buche. Das kann sich nicht jeder leisten. Aber immer häufiger erwarten die Unternehmen von ihren Beschäftigten, dass sie sich auf eigene Kosten in der Freizeit weiterbilden.

Wer sich diese Investition nicht leisten kann, muss nicht „dumm“ bleiben. Der Staat gewährt Wissbegierigen in vielen Fällen finanzielle Unterstützung zur Weiterbildung. Vor allem bekommen Arbeitslose und Menschen Hilfe, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Aber auch junge Ausgelernte, die besonders begabt sind, Handwerker, Techniker und andere Fachkräfte, die ihren Meister machen wollen, oder fest angestellte Arbeitnehmer, die sich auf ihrem Arbeitsgebiet Neues aneignen wollen, können auf staatliche Zuschüsse bauen. Die wichtigsten Möglichkeiten, welche Voraussetzungen die Antragsteller erfüllen müssen, wie viel Geld es gibt und welche Stelle zuständig ist, steht in dieser Untersuchung.

Zusätzliche Maßnahmen

Berufliche Weiterbildung Meldung

Neben der rein finanziellen Förderung durch das Arbeitsamt (SGB-III-Förderung) gibt es eine Reihe von flankierenden Maßnahmen. Ein Beispiel ist das Job-Aqtiv-Gesetz. Aqtiv steht für a-ktivieren, q-ualifizieren, t-rainieren, i-nvestieren und v-ermitteln. Es soll für eine Förderung und Vermittlung des Arbeitslosen aus einer Hand sorgen und sie beschleunigen.

Mit dem Arbeitsvermittler erstellt der Betroffene gleich zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit ein Bewerberprofil, das seine Stärken und Schwächen sowie berufliche und persönliche Merkmale wie Qualifikation, Berufserfahrung, Weiterbildungsfähigkeit und -bereitschaft feststellt und seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt einschätzt.

Job Aqtiv ermöglicht auch finanzielle Unterstützung. Ersetzt der Arbeitslose in einem Betrieb einen zur beruflichen Weiterbildung freigestellten Arbeitnehmer bekommt der Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss. Der kann zwischen 50 und 100 Prozent (Jobrotation) betragen. Das gilt auch, wenn ein ungelernter oder älterer Arbeitnehmer für eine Qualifizierung bei Weiterzahlung des vollen Gehalts freigestellt wird.

Möglichkeiten im Unternehmen

Berufliche Weiterbildung soll sich künftig viel stärker am Bedarf der Wirtschaft orientieren und auch in erster Linie Aufgabe der Betriebe sein. So steht es in dem Mitte August veröffentlichten Bericht der Hartz-Kommission, der Vorschläge für Reformen am Arbeitsmarkt beinhaltet. Dafür sollen Personal-Service-Agenturen „als Drehscheibe zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage“ geschaffen werden, die dann bedarfsgerechte Qualifizierung sicherstellen sollen.

Doch schon jetzt sichern etwa ein knappes Drittel der Unternehmen ihren Beschäftigten in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen Unterstützung für berufliche Weiterbildung zu.

Beispielsweise haben alle Mitarbeiter der Heidelberger Druckmaschinen AG einen tariflichen Anspruch auf ein jährliches Qualifizierungsgespräch mit ihrem Vorgesetzten. Darin sollen sich beide Seiten über Weiterbildungsmaßnahmen einigen. Die Betriebsvereinbarung geht aus dem Tarifvertrag für die Qualifizierung in der Metall- und Elektrobranche hervor.

Im Manteltarif des Buchhandels ist vorgesehen, dass Arbeitnehmer zur Erweiterung der beruflichen Qualifikation einen Anspruch auf Freistellung bei Fortzahlung der Bezüge haben.

Bei der Deutschen Telekom sieht der Tarifvertrag nicht nur eine Freistellung vor, sondern auch die Übernahme der direkten Kosten. Ein Weiterbildungsausschuss wählt die zu fördernden Personen aus.

In anderen Tarifverträgen beziehen sich die Förderbestimmungen nur auf bestimmte Berufsgruppen und Tätigkeiten. In der Bauwirtschaft gibt es zum Beispiel Fortbildungsregelungen speziell für Baumaschinisten und Baumaschinenfachmeister. Manche Tarifverträge haben Vereinbarungen zur Frauenförderung, etwa um die Rückkehr in den Beruf zu erleichtern.

Mit dem Arbeitgeber verhandeln

Wenn für die geplante Weiterbildung weder öffentliche noch tarifvertragliche Fördermöglichkeiten bestehen, sollten Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber sprechen. Sieht der Chef ein, dass die private berufliche Weiterbildung auch für den Betrieb nützlich ist, wird er Unterstützung gewähren. Dafür ist allerdings Überzeugungsarbeit mit guten Argumenten nötig.

Wenn der Beschäftigte bei der zeitlichen Planung flexibel bleibt und Verständnis hat, wenn die Firma die Unterstützung davon abhängig macht, dass der Beschäftigte den Betrieb nach erfolgreichem Abschluss nicht sofort verlässt, könnte es klappen.

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