Weiterbildung führt in Ost- und Westdeutschland nicht gleichermaßen zum Erfolg. Berufliche Qualifizierung von Frauen verbessert vor allem in den alten Bundesländern die Chancen auf einen Wiedereinstieg in den Job. Das belegen neue Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit (BA). Demnach waren mehr als zwei Drittel der westdeutschen Absolventinnen einer Weiterbildung ein halbes Jahr später nicht mehr arbeitslos. In den neuen Ländern traf dies auf weniger als die Hälfte der Teilnehmerinnen zu.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) nahmen im Juli dieses Jahres mehr Frauen (52 Prozent) als Männer an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teil. Im Durchschnitt sind diese Maßnahmen für die westdeutschen Teilnehmerinnen effektiver: 68,4 Prozent der Absolventinnen solcher Weiterbildungsmaßnahmen in den alten Ländern sind sechs Monate nach Abschluss nicht mehr arbeitslos. Im Ostdeutschland gilt dies für 47,3 Prozent.

Zuschüsse für Eingliederung erfolgreich

Besonders häufig finden Frauen mit Hilfe so genannter Eingliederungszuschüsse einen Arbeitsplatz. 80,7 Prozent der auf diese Weise geförderten Frauen waren ein halbes Jahr nach der Arbeitsaufnahme nicht mehr arbeitslos. Firmen können diese Eingliederungszuschüsse z.B. für Mitarbeiter beantragen, die entweder einer besonderen Einarbeitung bedürfen, besonders schwer vermittelbar, über 50 Jahre alt oder aber schwerbehindert sind. Zuschüsse können Unternehmer auch bekommen, wenn sie einem Beschäftigten eine Weiterbildung ermöglichen und für diese Zeit einen oder eine Arbeitslose einstellen.

Ich-AG ist oft weiblich

Doch nicht alle erwerbslosen Frauen suchen eine Festanstellung. Viele sehen ihre Chance in der Existenzgründung. So wird fast jede dritte Gründung aus der Arbeitslosigkeit (30 Prozent) heraus von Frauen verwirklicht. Etwa 40 Prozent dieser Jungunternehmerinnen nutzen die Möglichkeit nach der Hartz-Gesetzgebung, um mit Hilfe von Zuschüssen eine Ich-AG zu gründen. Andere bevorzugen wiederum das so genannte Überbrückungsgeld.

Viel Teilzeitarbeit

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) gingen 2001 58,8 aller Frauen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren einem Beruf nach. Damit sei die Beschäftigungsquote der Frauen in Deutschland von 1997 bis 2001 um 3,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der Teilzeitarbeitsverhältnisse stieg laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zwischen 1997 und 2000 um 18,9 Prozent. Im Jahr 2000 arbeiteten 42 Prozent aller Frauen Teilzeit. Die Zahl der wegen Elternzeit freigestellten Mütter lag 2000 bei 400 000.

Tipp: „Frauen und Beruf“ heißt eine aktuelle Broschüre, die die Bundesanstalt für Arbeit kürzlich herausgegeben hat. Sie ist in der Reihe „Beruf Bildung Zukunft“ erschienen und informiert über Wege zum Berufseinstieg, Weiterbildungsmöglichkeiten und Strategien zur Berufsrückkehr. Das Heft (Nr. 7) ist kostenlos in den Berufsinformationszentren der Arbeitsämter erhältlich.

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