Beratungsprotokolle Meldung

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat gegen sechs Banken Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Finanzaufseher werfen den Instituten vor, Beratungsprotokolle nicht, nicht richtig oder unvollständig ausgefüllt zu haben.

Banken nehmen Gesetz nicht richtig ernst

Die Banken sind gesetzlich verpflichtet, bei jeder Beratung über Wertpapiere ein Protokoll zu erstellen und auszuhändigen. Viele nehmen das Gesetz nicht richtig ernst. Der Anlageberatungstest von Finanztest aus dem vergangenen Sommer ergab, dass in über der Hälfte der Fälle die Banken kein Protokoll angefertigt hatten.

Bafin schweigt

Verstöße gegen die Protokollvorschrift können mit Bußgeldern bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Um welche sechs Banken es sich handelt, dazu äußert sich die Bafin nicht. Sie würde die Namen der Institute auch dann nicht nennen, wenn sie am Ende tatsächlich ein Bußgeld bezahlen müssten. Auch über die Details, um welche Verstöße genau es sich handelt, schweigt die Behörde sich unter Hinweis auf die gesetzlichen Verschwiegenheitspflichten aus. Sprecherin Anja Engelland verrät nur so viel: „Wir haben die Verfahren eingeleitet aufgrund eigener Erkenntnisse im Zusammenhang mit Bankprüfungen und aufgrund von Verbraucherbeschwerden.“

Was Anleger tun können

Wer nach einer Beratung, in der es um Wertpapiere – Anleihen, Aktien, Fonds, Zertifikate – ging, kein Protokoll bekommt, sollte das der Bafin melden. Das sollte er auch tun, wenn er Zweifel daran hat, dass das Protokoll richtig oder vollständig ist. Er kann seine Beschwerde per Post an die Bafin unter folgender Adresse richten:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Postfach 1253
53002 Bonn,
poststelle@bafin.de
Telefon 02 28/29 97 02 99

„Wir können prüfen, ob der Berater die Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetz zum Beratungsprotokoll eingehalten hat, etwa ob ein Protokoll hätte erstellt werden müssen. Häufen sich begründete Beschwerden über eine Unvollständigkeit, kann dies auf organisatorische Mängel im Institut hinweisen. Ob das Protokoll mit dem tatsächlichen Gesprächsverlauf übereinstimmt und damit richtig ist, kann letztlich nur der Kunde entscheiden – was er mit der Bank dann selbst klären müsste“, sagt Anja Engelland.

Hinweise auch an Finanztest

Auch Finanztest würde sich über Hinweise in Bezug auf nicht ausgehändigte oder fehlerhafte Beratungsprotokolle freuen:
beratungsprotokolle@stiftung-warentest.de.

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