Anlageberater müssen umfassend vor den Risiken einer Anlage warnen. Ein Blatt mit vorformulierten Texten, deren Kenntnisnahme der Anleger jeweils mit einem „Ja“ bestätigt, genügt nicht.

Mit diesem Argument hat das Oberlandesgericht Schleswig einem Anleger Recht gegeben, der von seinem Berater Schadenersatz gefordert hatte (Az. 5 U 28/02). Ihm war eine atypisch stille Beteiligung vermittelt worden, deren Risiken im dürftigen Anlageprospekt unklar blieben. Die Vorlage des Protokolls mit den „Ja“-Einträgen genügte dem Gericht nicht. Angegriffene Berater müssten „substantiiert“ darlegen, wie sie über Anlagerisiken informierten.

Nicht immer sind Gerichte so anlegerfreundlich und verlangen vom Berater solche Nachweise. Denn vor Gericht muss normalerweise derjenige Beweise liefern, der etwas will. Nach einer Falschberatung ist das der Kunde, der Schadenersatz fordert.

So ging etwa das Oberlandesgericht Düsseldorf schon von einer ordentlichen Beratung aus, weil der Berater eine schlichte Notiz vorlegte, die zeigte, dass der Berater mit dem Anleger gesprochen haben könnte (Az. 6 U 9/02). Anlagekunden sollten deshalb immer auf einem ordentlichen Protokoll bestehen.

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