Betet ein Anlagevermittler lediglich pauschal die Angaben des Initiators zur Sicherheit der Geldanlage herunter, muss er für diese Angaben haften. Das entschied kürzlich der Bundesgerichtshof (Az. III ZR 381/02).

Ein Anleger hatte nach Beratung durch einen Anlagevermittler Geld in eine Beteiligung investiert, die sich später aber als Schneeballsystem herausstellte. Das Geld war verloren. Der Vermittler hatte die Anlage jedoch als sicher dargestellt, indem er auf die Aussagen der Initiatorin hinwies. Die hatte eine 91-prozentige Kapitalsicherheit versprochen.

Den Richtern genügte das nicht. Der Vermittler muss den Anleger „richtig und vollständig über diejenigen Umstände informieren, die für den Anlageentschluss von besonderer Bedeutung sind“. Die Angaben über die Sicherheit der Beteiligung waren jedoch falsch.

Der Vermittler muss haften, da es für den Kunden nicht klar war, dass er lediglich ungeprüfte Angaben der Initiatorin weitergab. Der Vermittler hätte sich vielmehr ungefragt von den Werbesprüchen der Beteiligungs-Anbieterin distanzieren oder deutlich machen müssen, dass er die Sicherheit der Kapitalanlage nicht untersucht hatte und es sich bei seiner Beratung um eine rein subjektive Einschätzung ohne zuverlässige Kenntnisse über die Anbieterin handelte. Er hätte sagen müssen, dass er keine Ahnung von der Anlage hatte.

Dieser Artikel ist hilfreich. 80 Nutzer finden das hilfreich.