Bäckerei. Ab Januar ist für alles, was sie verkauft, ein Beleg nötig.

Steuerfahnder jubeln, Händler und Umwelt­schützer wüten: Am 1. Januar 2020 tritt die Beleg­ausgabe­pflicht in Kraft. Hier lesen Sie die Details der Neuregelung.

Beleg­ausgabe­pflicht für alle

Ab Neujahr 2020 wird in Deutsch­land die Beleg­ausgabe­pflicht einge­führt. Die Gesetzes­änderung betrifft alle: Händler, Gastronomen und nicht zuletzt die Kunden. Für jeden Kauf und jede Dienst­leistung – die Brezel am Bahnhof, das Bier im Club, den Haar­schnitt beim Friseur – muss jetzt ein Bon ausgegeben werden.

Tipp: Das Special Neuerungen in 2020 zeigt, was sich noch alles für uns alle ändert.

Das regelt das neue Gesetz

Seit 2016 gilt das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grund­aufzeichnungen“, auch Kassensicherungs­ver­ordnung genannt. 2020 wird es deutlich verschärft. Händler und Gastronomen müssen alle Trans­aktionen lückenlos dokumentieren – elektronisch oder durch tägliche hand­schriftliche Aufzeichnungen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Betrüger Umsätze an den Finanz­ämtern vorbeischleusen.

Auch elektronische Belege möglich

Bisher verzichten Dienst­leister auf den Ausdruck des Kassenbons, wenn Kunden keinen wollen. Die neue Bonpflicht sieht jedoch vor, dass nach jedem Verkauf ein Beleg ausgehändigt werden muss. Möglich ist das auch elektronisch – etwa per E-Mail oder per WhatsApp.

Die meisten Belege für die Müll­tonne

Das neue Gesetz ärgert unter anderem die Bäckerei­verbände, die mit fünf Milliarden zusätzlichen Kassenbons jähr­lich rechnen. Kunden sind nicht verpflichtet, die Bons anzu­nehmen oder sie aufzubewahren. Die meisten gedruckten Belege werden vermutlich umge­hend in einen Papierkorb wandern. Umwelt­schützer beklagen die Ressourcen­verschwendung.

Befreiung von der Beleg­ausgabe­pflicht

Eine Befreiung von der Beleg­ausgabe­pflicht ist möglich, wenn „eine sachliche oder persönliche Härte für den einzelnen Steuer­pflichtigen besteht“. Das kann etwa in Bars oder im Straßenverkauf der Fall sein. Die Finanz­ämter prüfen jeden einzelnen Fall.

Tipp: Wenn Sie unnötigen Papiermüll vermeiden wollen, erkundigen Sie sich bei Ihren Händ­lern und Lokalen, ob sie elektronische Belege ausgeben.

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