Wie Banken informieren müssen: Diese Papiere sind bei einer Anla­geberatung wichtig

Beratungs­protokoll

Das gesetzlich vorgeschriebene Beratungs­protokoll muss Anlegern nach jeder Beratung, in der es um Wert­papiere geht, ausgehändigt werden. Im Protokoll muss unter anderem stehen, ob die Bank oder der Anleger um das Gespräch gebeten hat und wie lange es dauerte. Ins Protokoll gehören die finanziellen Verhält­nisse des Anlegers, seine Anlageziele sowie seine Kennt­nisse und Erfahrungen mit Geld­anlagen wie beispiels­weise Fonds. Der Berater muss ausführ­lich erläutern, warum er fand, dass ein bestimmtes Produkt für den Kunden geeignet sei, und warum er es ihm empfohlen hat. Er muss das Protokoll unter­schreiben und es dem Anleger spätestens vor Abschluss eines Vertrags aushändigen. Nach einer telefo­nischen Beratung schickt der Berater dem Kunden das Protokoll zu.

Produkt­informations­blatt

Neben dem Beratungs­protokoll müssen Banken und andere Finanz­dienst­leister Kunden bei Anla­geberatungen zu Wert­papieren ein Produkt­informations­blatt aushändigen. Diese auch als „Beipack­zettel“ bezeichnete Information ist seit dem 1. Juli 2011 gesetzlich vorgeschrieben. Jedes Blatt enthält eine Produkt­beschreibung, den Ausgabepreis sowie Hinweise auf Risiken der Papiere wie zum Beispiel Kurs­schwankungen. Zudem werden die Kosten eines Finanz­produkts genau aufgeführt, um es besser als bisher mit anderen Produkten vergleichen zu können. Produkt­informations­blätter gibt es zu Aktien, Anleihen und Zertifikaten, zu Pfand­briefen und Bundes­wert­papieren. Für Investmentfonds gibt es ein eigenes Produkt­informations­blatt, die „wesentlichen Anleger­informationen“.

Wesentliche Anleger­informationen

Für Investmentfonds heißt das Produkt­informations­blatt Key Investor Information Document (KID), in Deutsch­land „wesentliche Anleger­informationen“. Das KID geht auf eine Initiative der Europäischen Union zurück und wird ab 1. Juli 2012 für ganz Europa verpflichtend. In Deutsch­land wurde das KID bereits am 1. Juli 2011 einge­führt. Es wird von den Fonds­gesell­schaften für jeden Fonds erstellt und muss auf zwei Din-A4-Seiten über die wichtigsten Details wie Ziele und Anlage­politik, Risiko- und Ertrags­profil, Kosten und die frühere Wert­entwick­lung des Fonds aufklären. Die Anleger­informationen sollen den bislang verwendeten vereinfachten Verkaufs­prospekt ersetzen. Sie müssen vor dem Kauf eines Fonds ausgehändigt werden, damit der Anleger sie in Ruhe lesen kann.

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