Bei vielen BKKs Zuschuss für Anti-Rauch-Seminar Meldung

Rauchen ist ungesund, teuer und stinkt. Trotzdem: Wer aufhören will, tut sich trotz vieler guter Gründe oft schwer. Zahllose Angebote vom preiswerten Volkshochschulkurs bis hin zur teuren Psychotherapie versprechen Unterstützung. Doch was wie gut hilft, ist schwer zu sagen. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen hat einen Tipp: Seminare nach der Easyway-Methode. Erfreulicher Nebeneffekt für BKK-versicherte Raucher: Sie bekommen Rabatt und haben zusätzlich noch Chancen auf einen Zuschuss von der Kasse.

Teures Kursangebot

Die Spannbreite an Angeboten, die Rauchern beim Kampf gegen ihr Laster helfen sollen, ist gewaltig. Mit dabei sind die Easyway-Seminare. 6 Stunden für 347 Euro. BKK-Versicherte zahlen 299 Euro. Bei Rückfall gibts eine kostenlose Nachschulung. Wer nach zwei Mal Nachsitzen immer noch raucht, erhält sein Geld zurück. Erfinder der Methode ist Allan Carr. Der Ex-Kettenraucher wurde berühmt mit dem Buch „Endlich Nichtraucher“.

Mit Verstand Sucht überwinden

Das Prinzip ist ganz einfach: Die Seminarleiter fordern die Teilnehmer auf, übers Rauchen nachzudenken und liefern Argumente. Wer die Nachteile und seine Motive fürs Rauchen abwägt, kommt immer zum selben Ergebnis: Es ist falsch zu rauchen. Easyway selbst wirbt mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent. Grund: Nur zehn Prozent der Seminarteilnehmer fordern ihr Geld zurück. Experten allerdings halten diese Erfolgsquote für weit übertrieben. Zwar fehlen systematische und breit angelegte Untersuchungen. Seriöse Schätzungen attestieren Anti-Rauch-Kursen generell eine Erfolgsquote von nur 25 bis 30 Prozent, sagt Christoph Kröger, Leiter des Projekts „Raucher und Rauchentwöhnung“ am Institut für Therapieforschung in München. Eine Erfolgsquote von 90 Prozent sei gewiss nicht zu erreichen. Allerdings: Eine höhere Quote als die üblichen 25 bis 30 Prozent traut der Wissenschaftler Easyway-Seminaren schon zu. Er selbst habe auch von vielen Ex-Rauchern Erfolgsberichte gehört.

Erfolg in Betrieben

Von guten Erfahrungen mit Easyway-Seminaren berichten auch IBM Deutschland und das österreichische Stahlwerk Voestalpine. Beide Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Rauchentwöhnung nach der Allan-Carr-Methode an. IBM übernimmt etwa die Hälfte der Kosten. Voestalpine zahlt sogar alles. Bei IBM nahmen rund 500 Mitarbeiter teil, seit die Kurse dort vor sieben Jahren starteten, berichtet IBM-Betriebsarzt Ludwig Bieser. Die telefonische Nachfrage jeweils etwa ein Jahr nach dem Seminar ergab: Rund die Hälfte der Teilnehmer hatte mit Rauchen aufgehört und war nicht rückfällig geworden. Noch besser fiel die Easyway-Erfolgsquote bei Voestalpine aus: 104 von 163 Seminarteilnehmern rauchten auch 12 bis 15 Monate nach der Teilnahme nicht mehr. Allerdings: Insgesamt schickte der Betriebsarzt 410 Fragebögen los, doch nur 163 der Kursteilnehmer antworteten.

Rauchfrei mit Rendite

Auf jeden Fall gilt: Schaden kann die Teilnahme an einem Easyway-Seminar nicht. Auch die auf den ersten Blick horrenden Kosten werden beim Nachrechnen zur lohnenden Investition: Raucher, die eine Schachtel Zigaretten am Tag konsumieren und mit Seminar-Unterstützung aufhören, haben das Geld nach weniger als vier Monaten wieder drin. Noch schneller sprudelt die Rauchfrei-Rendite bei BKK-Versicherten: Sie erhalten fast 50 Euro Rabatt auf die Kursgebühr. Viele BKKs zahlen außerdem einen Zuschuss von bis zu 120 Euro.

Dieser Artikel ist hilfreich. 251 Nutzer finden das hilfreich.