Nur noch 200 Euro pro Lebensjahr wird seit 2003 Arbeitslosen als Vermögen zugestanden, das sie bei Bezug von Arbeitslosenhilfe behalten dürfen. Wer bis 1948 geboren ist, darf noch 520 Euro pro Lebensjahr behalten. Wer mehr Geld beiseite gelegt hat, bekommt Arbeitslosenhilfe erst, wenn die Ersparnisse aufgebraucht sind. Auch die Lebensversicherung ist in Gefahr. Sie muss gekündigt werden, wenn die Auflösung nicht zu Einbußen von mehr als zehn Prozent führt. Doch die Rechtslage kann sich wieder ändern. Finanztest gibt Tipps, wie Sie Ihre Ersparnisse in Sicherheit bringen.

Zwang zur Kündigung

Arbeitslosenhilfe wird - anders als Arbeitslosengeld - nur bei Bedürftigkeit gezahlt. Wer Ersparnisse hat, muss zunächst von diesem Geld leben. Erst wenn der Spargroschen bis auf die Freibeträge erschöpft ist, zahlt das Arbeitsamt. Betroffen ist auch Geld für die private Altersvorsorge. Bei Kapital bildenden Lebensversicherungen gilt nach Angaben eines Sprechers der Bundesanstalt für Arbeit derzeit: Aufgelöst werden müssen alle Verträge, bei denen die vorzeitige Kündigung zu nicht mehr als zehn Prozent Verlust führt.

Chance auf Nachzahlung

Wer von diesen Regelungen betroffen ist, sollte unbedingt sofort Widerspruch einlegen, wenn das Arbeitsamt mit Rücksicht auf Ersparnisse keine Arbeitslosenhilfe bewilligt. Es spricht einiges dafür, dass die Regeln sich bald wieder ändern und die Freibeträge steigen. Wer jetzt Widerspruch einlegt, hat nach einer Änderung der Rechtslage Chance auf eine Nachzahlung. Wer nichts unternimmt, wird von günstigeren neuen Regelungen auf jeden Fall erst in der Zukunft profitieren.

Warten auf Hartz IV

Im kommenden Sommer wird voraussichtlich wieder alles anders. Nach den - allerdings noch nicht verabschiedeten - Hartz-IV-Gesetzen soll die Arbeitslosenhilfe zum 1. Juli 2004 auf Sozialhilfe-Niveau sinken. Gleichzeitig sollen Vermögenswerte von Lebenspartnern des Arbeitslosen stärker als bisher angerechnet werden. Bei Lebensversicherungsverträgen wird allerdings darüber diskutiert, Verträge mit einer Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr generell unangetastet zu lassen.

Tipp: Auch bei Bezug von Arbeitslosenhilfe sind auf jeden Fall Riester-Verträge und das im Rahmen betrieblicher Altersvorsorge angesparte Geld sicher. Auch bei anderen Vorsorgeverträgen sind Varianten denkbar, die eine Anrechnung bei der Zahlung von Arbeitslosenhilfe verhindern. Allerdings kommen Sie dann bis zum Ablauf des Vertrags auch nicht an die Ersparnisse heran.

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