Schwerbehinderte können jährlich bis zu 1.800 Mark (ab 2002 924 Euro) für eine Hilfe im Haushalt als außergewöhnliche Belastung abziehen. Diese Regelung gilt auch dann, wenn die Lebensgefährtin oder der Lebensgefährte die bezahlte Hilfe leistet. Das entschied der Bundesfinanzhof entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung (Az. III R 36/95).

Das Finanzamt erkennt bisher die Ausgaben für Lebensgefährten ebenso wie für Ehepartner nicht an, weil diese mit dem Behinderten in einer Wohnung leben und somit ihren eigenen Haushalt mitführen würden. Darum gehe es aber gar nicht, kontert der Bundesfinanzhof. Der jährliche Abzug für eine Haushaltshilfe bis zu 1.800 Mark soll ausdrücklich den "behinderungsbedingten Mehraufwendungen Rechnung tragen". Schon deshalb bezahle der Behinderte keine typischen hauswirtschaftlichen Arbeiten, sondern die Kosten für eine spezielle Betreuung.

Tipp: Auch wenn der Bundesfinanzhof einen förmlichen Arbeitsvertrag mit der Haushaltshilfe wegen des geringen Abzugsbetrags für überzogen hält, sollten Behinderte die bezahlten hauswirtschaftlichen Leistungen konkret belegen können. Erkennt das Finanzamt die Ausgaben nicht an, legen Behinderte Einspruch ein und verweisen auf das Aktenzeichen des Bundesfinanzhofs.

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